Arbeitspferd will nicht im Schritt gehen - was tun?

    • PrinzB schrieb:

      @ Thomas
      Es stört schon gewaltig. Einerseits möchte ich nicht ständig ein "Tauziehen" veranstalten um Mandy im Zaum zu halten und andererseits soll sie ihre Arbeit in Ruhe erledigen, sich nicht mit diesem Rumgetänzel verausgaben und dann klatschnass sein. Nicht zu vernachlässigen ist meiner Meinung nach auch der Sicherheitsaspekt der mit einem ruhigen Pferd einhergeht.
      Wie Du an den vielen Antworten siehst, habe auch andere Pferdehalter schon Erfahrungen mit dem Thema gemacht. Ich auch! Es gibt keine Ferndiagnose, aber ein paar gute Ratschläge sind dabei.

      Solange Du dich über das Pferd aufregst wird es nicht gehen. Nimm Dir Zeit und lass es arbeiten. Wenn sie tänzelt dann tänzelt sie halt. Wenn Du dich nicht aufregst verliert das Pferd den Spiegel.
      Grob gesagt: Lass es arbeiten und denke lmaA. Dies funktioniert aber nur mit Arbeit und nochmal Arbeit. Dann wird sie froh sein, wenn sie darf stehen.

      Meine Meinung. Viel Glück

      Gruß Thomas
    • Hallo ,mein Senf dazu !
      Kirsten hat mit ihrer Logig Recht !
      Das zurückhalten des fleissigen ergibt noch mehr Vorwertsdrang.
      Auch ich mache das so,Der Faule bekommt die Stränge kürtzer , weil , mit will er ja halt , ein bisschen weiter hinten . Das er dann ziehen muß erstaunt ihn zwar ,aber er tut es und das genervte Pferd beruhigt sich augenblicklich .
      Toni Bauer hat einen Trainingswagen , spetziell für solche Gespanne gebaut wo er die Bracke Hydraulisch verstellen kann beim Fahren .
      Versuchs , es geht ! Ohne Kampf .
      Gruß H.G
    • Ich arbeite bei einem neuen Gespann auch gern mit Unterziehleinen, dh der Hysteriker bekommt paar sehr dünne Exraleinen vom Gebiß locker an die Reling geknotet (je dünner und schärfer diese Leinen sind, desto bewußter agiere ich damit, meine Lieblings-Unterziehleinen werden ab einem Gewicht >300 gr ziemlich schneidend/unangenehm in der Hand), sobald ich den separat mal kurz ansprechen will, sind die Leinen griffbereit sofort vorhanden, sehr praktisch. Durch die direkte Ansprache beruhigt sich das spulende Pferd viel schneller und das andere wird gar nicht erst beunruhigt. Das erste Vierteljahr hab ich die bei jeglichen Neuversuchen immer mit dabei oder auch bei Veranstaltungen stets am unsicheren Kandidaten, ist doch egal ob die mal paar Touren nur zur Zierde mit sind.
      Und meine Beobachtungen decken sich auch mit Harzkutscher: Spielwaage bei Problemen im Gespann ist ein erschwerender Faktor, die würd ich sofort festsetzen und sobald Ruhe im Gespann ist vorsichtig dosiert wieder freimachen. Meine Pony laufen öfter mal mit bis 1,9-fachem Eigengewicht dran, Spielwaage hab ich deshalb bisher noch nicht vermißt, da die durch die Zugstrangklauerei und weil es im schweren Zug immer 3 sind insgesamt sehr gleichmäßig laufen. Meine Anfänge zweispännig waren mit völlig lockerer Spielwaage, ich bemerkte je fester ich diese setzte, je präziser wurd das Gespann ansprechbar. Beim Shetty bringt das Rausnehmen der inneren Leinen aus den Leinenaugen Halsriemen, nochmal fast 4 cm verkürzten Leinenweg und somit eine wesentlich präzisere Lenkung.
      mfg Kirsten
    • Ich habe bei meinen Tinkern ein ähnliches Problem gehabt...auch ich habe den Fauli kürzer in den Strängen und Leinen geschnallt, den Hysteriker länger...mittlerweile klappt das ganz gut...der Hysteriker läuft mit teils durchhängenden Strängen ( von mir so gewünscht, da gerade erst wieder im Aufbau nach langer Pause) ruhig nebenher...nur wenn das Faultier mal bissel mehr getrieben werden muss, reagiert er leider - auch wenn wir die Peitschen so unauffällig wie möglich einsetzen - mit :D .
      Hatte den Tipp von meiner Fahrlehrerin...bei Pferden, die sich so aufspielen besser Druck rausnehmen statt erhöhen...und den Fauli mehr auf Spannung und in Zug bekommen durch kürzer schnallen...
      LG
      Nur Narren und Jecken reiten (fahren) Schecken!! :tongue:
    • Ich glaub die Korrektur vom Hysteriker ist an der Spielwaage sehr erschwert, weil der hier ja immer versuchen wird vorwärts Richtung Anführerposition zu stürmen und fauli sowieso sich maximal zurückfallen läßt um weniger ziehen zu müssen. Die Lenkung via Spielwaage ist sagen wir mal schwammig, weil die Pferd sich ja sozusagen sich ans Gebiß nach Wunsch stellen können (okay, der gute Kutscher kontrolliert dies natürlich via Pitsch <- also ich bin kein guter Kutscher: meine Pitschwirkung ist zweifelhaft, die Viecher denken sich öfter ihren teil und regeln das wie sie es für richtig halten). Und was nu Ruhe bringt ist völlig pferds/Situationsbahängig: einmal Fauli nach hinten und er arbeitet plötzlich, Hysteriker hat endlich Platz vorn endgültig erobert und wird ruhig. Kann aber auch sein Hysteriker deutlich nach hinten, kommt der in den Schutz von Fauli, muss dem Führung überlassen und kann endlich in Sicherheit abtauchen und wird ruhig. fauli erhält veranwortung und fängt massiv es Arbeiten an. ich hab den 2. fall schon öfter gehabt als den ersten. Wie ich Ruh ins gespann bekomm ist doch völlig shcnurz, sobald ich Ruh drinn hab wird langsam wieder an Herstellung von normalen Verhältnissen gearbeitet, fertig.
      Und wenn dies alles geklärt ist (und dazu gehört meiner Meinung nach unbedingt leichte Schlepp und beide solo!! vor allen Dingen Hysteriker, dem fehlt es nämlich Selbstvertrauen), dann kommt die Spielwaage wieder zum Einsatz.
      Hier ziehen auch 2 mit Spielwaage schlepp, aber erst nachdem beide an der Kutsch gut als Team laufen, ist mehr so Kontrolle für mich ob die wirklich korrekt laufen.
      mfg Kirsten
    • Also hier ließ sich Faul bei Spielwaage maximal zurückfallen, so dass Fleißig allein arbeiten musste, sobald man nu Faul antrieb bekam Fleißig nervensorgen...an der festen Bracke kann ich doch viel besser sehen ob mich einer verarscht oder nicht, Fleißig zugstränge geklaut, kann ich sehr genau beobachten/fühlen welche Spannung ich in Zukunft bei fauli auf dem Zugstrang Minimum haben will. Ein guter Fahrer bin ich nicht, werd ich auch nicht, aber tricksen kann eine ganze Menge ausgleichen und geschlampt wird hier nicht. ich schau viel auf die Stränge, eine Information, die mir durch die Wackeligkeit der Spielwaage am Gummiwagen wegen Reling fehlt, an der Schleppe aufm Acker aber vorhanden ist. mfg Kirsten
    • Hallo zusammen,

      vielen Dank erst mal für die vielen Tipps.
      Jetzt geht es erstmal in Ruhe und mit viel Geduld ans ausprobieren - ich bin gespannt wie es klappt.
      Da ich mit den Pferden kein Geld verdienen muss, kann ich mir dabei alle Zeit der Welt lassen.

      Dann wünsche ich allen schon mal ein schönes Osterfest.

      Schöne Grüße aus dem Harz

      Marcus
    • PrinzB schrieb:

      Im Reitverein hieß es damals immer das, abgesehen von der Reiterhand, einfache oder doppelt gebrochene Wassertrensen immer milder sind als Stangengebisse gleicher Stärke. Besonders die doppelt gebrochenen sollen angenehmer sein, da sie keinen Nussknackereffekt erzeugen.
      Ob es einen Nussknackereffekt bei einfach gebrochenen Gebissen überhaupt gibt, wird mittlerweile auch schon diskutiert. Doppelt gebrochene Gebisse haben soweit ich weiß zwei Nachteile: Erstens dass sich die Gelenke bei viel Zug am Zügel (an der Leine) tief in die Zunge drücken, was für die Tiere garantiert nicht schmerzfrei ist (es gibt eine Untersuchung von der Uni Wien mit Röntgenbildern dazu, ich kann den Link raussuchen wenn Interesse besteht). Und der zweite Nachteil: wenn das doppelt gebrochene Gebiss beim Zug am Zügel im Maul nach rechts oder links verrutscht (z. B. weil es zu breit ist, weil es zu locker verschnallt ist ...) kann es dazu kommen, dass eins der Gelenke neben die Zunge kommt und auf den Unterkieferknochen drückt, welcher nicht viel Zahnfleisch hat, das tut dem Pferd dann richtig weh.
      Ein gerades oder leicht gebogenes Stangengebiss kann das Pferd besser mit der Zunge "unterpolstern", so dass es wenig auf die Kieferknochen drückt.
      Als ehemalige Zahnspangenträgerin kann ich sagen: je glatter und je weniger Ecken, Kanten und Gelenke das Ding im Mund hat, desto angenehmer. ;)
    • Also, wenn ich mir Gebisse anschaue, bzw. wie die Gebisse wirken, hat das immer mit Schmerzen zu tun. Das Pferd weicht dem Schmerz aus... Allerdings hat ein Pferd eine andere Schmerzschwelle als ein Mensch.
      Beim Führen ein paar kleine kurze Paraden geben, damit das Pferd aufmerksam wird, dabei werden die Gebißstangen auf den Kiefer gezupft. Das ist bei allen anderen Paraden auch so, man denke doch nur an den Versuch mit der Kandarre am eigenen Schienbein.
      Auch andere Zäumungen wie Glücksrad oder Knotenhalfter -mit denen kenne ich mich aber nicht aus- sind nicht unbedingt schmerzfrei.

      Das ist allerdings mal wieder meine eigene Meinung und bestimmt nich allgemeingültig.
      Nach dem Misten ist... vor dem Misten :pinch:
    • jeverson schrieb:

      Also, wenn ich mir Gebisse anschaue, bzw. wie die Gebisse wirken, hat das immer mit Schmerzen zu tun. Das Pferd weicht dem Schmerz aus... Allerdings hat ein Pferd eine andere Schmerzschwelle als ein Mensch.
      nein, auch Pferde fühlen Schmerz in gleicher Intensität wie wir. Sie müssen nur in ihrem Leben ganz schnell lernen, Schmerzempfindungen (das ist ein grosser Unterschied) nicht zu zeigen........
      Sabine M.H.
      Arbeitende Ziegen und Highland Ponies
    • Bennyblue schrieb:

      Also hier ließ sich Faul bei Spielwaage maximal zurückfallen, so dass Fleißig allein arbeiten musste, sobald man nu Faul antrieb bekam Fleißig nervensorgen...an der festen Bracke kann ich doch viel besser sehen ob mich einer verarscht oder nicht
      Bitte mal schauen wie eine Spielwage funktioniert oder die Beiträge von Hart-Kutscher und Lohmüller lesen.

      Gruß Thomas
    • schecki schrieb:

      Ob es einen Nussknackereffekt bei einfach gebrochenen Gebissen überhaupt gibt, wird mittlerweile auch schon diskutiert. Doppelt gebrochene Gebisse haben soweit ich weiß zwei Nachteile: Erstens dass sich die Gelenke bei viel Zug am Zügel (an der Leine) tief in die Zunge drücken, was für die Tiere garantiert nicht schmerzfrei ist (es gibt eine Untersuchung von der Uni Wien mit Röntgenbildern dazu, ich kann den Link raussuchen wenn Interesse besteht).
      hier ein paar der Bilder

      lohmüller schrieb:

      Bei der Spielwage bringt das Faulsein eh nicht viel .
      nicht?
      der zurückbleibende kann sich die Arbeit ganz schön erleichtern:
      Physik eines Wagscheits
      "Ich will nicht in einer Welt leben, in der alles, was ich sage, alles was ich mache, der Name jedes Gesprächspartners, jeder Ausdruck von Kreativität, Liebe oder Freundschaft aufgezeichnet wird." Edward Snowden - 6.6.2013

      "Aber lasst euch sagen: Es ist schwer eine Obergrenze für Menschen zu finden, wenn das Leid keine hat!" Luise Kinseher - 24.02.2016
    • CharlyBonifaz schrieb:

      schecki schrieb:

      Ob es einen Nussknackereffekt bei einfach gebrochenen Gebissen überhaupt gibt, wird mittlerweile auch schon diskutiert. Doppelt gebrochene Gebisse haben soweit ich weiß zwei Nachteile: Erstens dass sich die Gelenke bei viel Zug am Zügel (an der Leine) tief in die Zunge drücken, was für die Tiere garantiert nicht schmerzfrei ist (es gibt eine Untersuchung von der Uni Wien mit Röntgenbildern dazu, ich kann den Link raussuchen wenn Interesse besteht).
      hier ein paar der Bilder

      lohmüller schrieb:

      Bei der Spielwage bringt das Faulsein eh nicht viel .
      nicht?der zurückbleibende kann sich die Arbeit ganz schön erleichtern:
      Physik eines Wagscheits
      Sehr Interessant - Danke, werde lesen und versuche zu verstehen :)

      Und hier meine klugs***erei zum hauptthema. :D

      Am Anfang war das Wort…eeee..sorry
      Es ist möglich das es am Anfang Gebiss, Wagen, Geschirr usw. die Ursache war und vielleicht noch ist, aber ich vermute, das es jetzt zu „Kopfsache“ beim Pferd geworden ist.
      Das Pferd muss das Gefühl wie Zufriedenheit, Entspannung usw. auch bei Stress wieder kennen lernen, und braucht dafür ein Bezugspunkt- am besten Herrchen.
      Fang mit fuhren, nur mit nacktem Pferd an.
      Fuhren, stehen, und warten, warten und warten… und wenn das Pferd erreicht von Dir erwarteten “Gehirn zustand“ – Belohnen (Streichen, Leckerbissen – keine Ahnung kenne Dein Pferd nicht, aber Das Pferd MUSS wissen das es das tut, was Du erwartest).
      Später mit Geschirr, wagen usw. wen für das Pferd zu viel wird, ein schritt zurück machen, und immer „gewünschten Gehirn zustand“ verstärken, und nicht zu viel reden
      :)
      Ich habe es bei einigen Pferden und Pferdebesitzern getestet und bis jetzt hat es funktioniert.
      pferdekutscher.de/vorpferd/index.php/User/4473-nikt/#about

      Gruesse aus Polen
      Slawek
    • @CharlyBonifaz
      Ganz so einfach ist das mit der Wirkweise von Spielwaage und Schwengel nicht, da es hier bauartbedingte Unterschiede gibt. Es kommt darauf an wie die Ausführungen der Aufhängungen aussehen bzw. wo sie genau angeordnet sind, d.h. mittig, vor oder hinter Spielwaage und Schwengel. Je nach Art kann die Last für beide Pferde gleich sein, das vorne gehende Pferd zieht mehr oder das zurückbleibende Pferd zieht mehr.
      Dies kann bei Interesse noch einmal genauer in dem Buch von E. Schroll - Holzrücken mit Pferden aus dem Starke Pferde - Verlag nachgelesen werden.


      @nikt
      Als wir unsere beiden gestern Abend von der Koppel holten, haben wir Mandy nur das Kopfstück angelegt und eine Einspännerleine eingehakt. Mein Vater ist dann mit hängenden Leinen und fast nur mit Stimmkommando nach hause gefahren, während ich mit Nelli am Halfter ein Stück hinterher gegangen bin. Das Ergebnis - ein meist völlig entspanntes Pferd, welches fast ausschließlich im ruhigen Schritt ging!!!
      Wir werden das jetzt noch öfter in verschiedenen Variationen probieren und dann später die Geschirre (ohne Last) dazu nehmen.

      Schöne Grüße aus dem Harz

      Marcus