Gig / Sulky für Shettys / K-Ponys - Erfahrungswerte gesucht

    • Klassischer Rennsulky

      Mit meinem 104cm Shetty im schweren Marshwood-Typ fahre ich zur Zeit einen ganz klassischen Shetty-Rennsulky. Der Wagen ist schon älter und von mir etwas modifiziert. So habe ich einen Ortscheitersatz mit Umlenkrolle angebracht und möchte als nächstes noch Ösen fürs Hintergeschirr anbringen.
      Der Sulky sollte zunächst nur ein Notbehelf sein bis mein bestellte Schlemmer-Gig da ist, inzwischen weiß ich den Wagen aber wirklich zu schätzen. An die Art des Sitzens musste ich mich erst gewöhnen, mittlerweile ist er aber super bequem. Ansonsten hat der Wagen nur Vorteile: Er ist unkaputtbar, ultraleicht, wendig und bauartbedingt perfekt austariert. Beim Kegelfahren muss ich nur aufs Pony achten, der Wagen folgt in Spur (bin auch schon einen Gig gefahren der immer seinen eigenen Radius fuhr). Der Sulky hat (wie alle Rennsulkys??) ein leichtes Übergewicht nach hinten, wenn wir im Gelände durch Löcher fahren und ich nicht aufpasse, zieht es eher am Bauchgurt, als dass es ins Selett haut. Wir traben viel, weder auf holprigen Waldwegen noch auf der Straße sind Nickbewegungen zu fühlen. Einziges "Problem": der Wagen ist ungebremst und so leicht und klein, dass es mir bisher nicht möglich war die Länge der Zugstränge so einzustellen, dass das Pony wirklich nur mit dem Brustblatt zieht und nicht doch die Hälfte der Zeit mit dem Selett. Das Pony ist so kurz und die Öse für die Tragaugen so klein, dass zwischen "durchhängenden Zugsträngen" und "nach vorne gedrücktem Selett" nur zwei cm liegen. Das Pony stört es jedoch nicht und der Wagen lässt sich so leicht ziehen, dass sogar ein 4jähriges 20 Kilo-Kind mich auf dem Sulky auf der Straße locker ziehen kann.

      Bilder und Maße folgen...

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    • Jale schrieb:

      ass das Pony wirklich nur mit dem Brustblatt zieht und nicht doch die Hälfte der Zeit mit dem Selett
      Werden Rennsukys nicht eh mit dem Selett gezogen?

      de.wikipedia.org/wiki/Sulky#/media/File:Sulky_Langshaft.jpg

      Ist es denn so schlimm, wenn dann ab- und zu der Zug auf das Selett kommt?
      Fragt jetzt Harald, der von Gigs und Sulkys kaum Ahnung hat.

      PS: Noch böse hinter her ;) : Das Selett wirkt doch beim Schettenbauch wie ein Kummet :evil:
      Nach dem Misten ist... vor dem Misten :pinch:
    • jeverson schrieb:

      Werden Rennsukys nicht eh mit dem Selett gezogen?
      werden sie, aber eine ebene, gepflegte Bahn ist nicht zu vergleichen mit "über Stock und über Stein"

      das Selett sollte nicht kippen dabei, sonst drückts
      "Ich will nicht in einer Welt leben, in der alles, was ich sage, alles was ich mache, der Name jedes Gesprächspartners, jeder Ausdruck von Kreativität, Liebe oder Freundschaft aufgezeichnet wird." Edward Snowden - 6.6.2013

      "Aber lasst euch sagen: Es ist schwer eine Obergrenze für Menschen zu finden, wenn das Leid keine hat!" Luise Kinseher - 24.02.2016
    • Bei den meisten käuflichen Einachs-Ponywägen sind die geschlossenen Trageösen an der Schere ~12 cm lang, mir täten es hier auch 6-8 cm dem Schleifbild nach. @Jale, du könntest mal testen mit Sieltec anzuspannen, das Gewebe ist wesentlich labbriger als Leder, deshalb bekommt man das nie auf diese 2 cm fest, weil aber die Tragösen an sich viel mehr Spiel haben, könnte das dein Problem beheben. mir gefällt Sieltec in der leichten Gig beim Shetty besser als Leder, haben meine Pony auch behauptet, wichtig ist nur 2. Bauchgurt. Greenorest hat wegen der 12 cm Tragaugenösen bei ighrem 90 cm im Kegelpacour ein "halspiekproblem", weil Sieltec +12 cm zuviel ist. und meine Pony haben auch sehr überzeugend behauptet, dass schwere gig (Gesamtgewicht incl. Ladung 230 kg) +Sieltec wgen zuviel seitlichem Vor/nachlauf Schere nicht gefällt. War aber im 1. jahr, im 2. hab noch nicht wieder versucht. mfg Kirsten
      Bilder
      • BILD0669.JPG

        75,66 kB, 448×336, 17 mal angesehen
    • Ich fahre mit Sieltec, bin damit auch sehr zufrieden. Über zuviel Spiel kann ich mich nicht beklagen, eben weil die Öse für die Tragaugen so klein ist (Das Sieltec-Seil passt gut durch, mehr aber auch nicht) und dann noch duch diesen kleinen Splint, den man auf dem Bild bei der Schnalle erahnen kann, zusätzlich begrenzt wird. Abflexen kann ich den leider nicht, weil der Sulky eine Dauerleihgabe ist und zudem PVC-beschichtet, da wird der Rostschutz schwierig. Die Verbindung ist einem Klickergeschirr ähnlich fest, die einzige Beweglichkeit kommt vom Sieltec. Über das Selett bremse ich bzw. das Pony, das Hintergeschirr dient in dieser Verschnallung nur der Stabilsierung des Seletts und als Schlagriemen. Da ich in den nächsten Tagen meinen Schlemmer-Gig erwarte und wieder alles umstellen muss, sind die überlängen der Zugstränge auch nur veknotet und nicht ordentlich verteckt.

      Oh, sehe gerade, dass das Brustblatt etwas höher geschnallt werden kann, da hat das Pony endlich etwas Kammfett verloren, freu!

    • @polldi:
      Der Erfinder des Sieltec wohnt im in sehr flachem Gelände im Norden. Dort ist ein ungepolstertes Hintergeschirr wohl nicht sehr problematisch. Wenn man in bergigem Gelände fahren will, würde ich das Hintergeschirr aber immer und unbedingt polstern. Von Sieltec kann man einfach zusätzliches Polstermaterial bestellen und schnell mit Kabelbindern befestigen.

      Gruß Tina
    • Ein Sieltec-hg ist nicht soo einfach zu unterpolstern, da muss man sich schon deutlich mit der Materie auseinandergesetzt haben bis man zufrieden ist, für die normalen Scheibenbremsenanbeter tut es die ungepolsterte Variante wesentlich simpler, viel einfacher einzustellen, kein Verdreh-Problem, kein Haarbruch. Aber sobald man damit täglich arbeiten will, muss man basteln bis die Unterpolsterung funzt, wer wenig fährt (bis zu 4*/Woche) tut sich mit Heizungsrohrisolation deutlich leichter. Nach meinen Erfahrungen mit Dickhälsen/Keinplatzpony unbedingt Halskoppelriemen einziehen und Mähnenkamm unterpolstern, dann bekommt man Kummtfunktionsähnliche BB-Variante. fg Kirsten

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    • Klasssischer Shetty-Rennsulky mit Umlenkrollen als Ortscheitersatz

      Die zwei Umlenkrollen, 150cm PVC-ummanteltes Stahlseil, sechs Drahtseilklemmen, zwei Kauschen als Knickschutz, zwei Schäkel und zwei Kettenglieder zum Schrauben gab es für 40€ im Baumarkt, alles mit einer Mindestbruchlast von 180kg. Mehr Bruchtlast gab es in dem Baumarkt leider nicht.



      Die Maße:

      Sitzhöhe66cm
      Spurbreite111cm
      Gesamtlänge216cm
      Scheren - Länge176cm
      - engste Stelle

      50cm
      - breiteste Stelle
      90cm
      Gewicht (geschätzt)20-30kg


      24" Räder (vom Hamburger Sulkyservice gebraucht für 60€)
      Den Sitz habe ich abnehmbar angebracht (ebenfalls vom Hamburger Sulky Service für 60€)



      Die kleinen Tragösen:
    • @jale: Danke, gute Vorstellung! Sonjas Modell sehr ähnlich....mit dem gleichen Bruchrisiko bei schwerem Gelände! Ähm, also ich hätt denn 70 kg und da doch ziemlich Bedenken ob diese Schweißnaht, wo der Sitz angeheftet ist auch meinem Elfengewicht standhält.....
      Bei meinem Eigenbau sitz ich auf einer durchgehenden Rahmenstange auf der liegt das Sitzbrett, welches nach außen noch auf den "radkästen" aufliegt, Gig war schon oft mit Ladung von 150-200 kg unterwegs. Die käuflichen Geländesulky haben auf Narbenhöhe eine durchgehende Stange von der ab die Sitzfederung geht und der Sitz wird vorn via Gelenk angeschraubt. So etwas plan ich auch für meinen Neubau.
      mfg Kirsten
    • @bennyblue:
      Ja, die Geschichte mit Soja hat mich nachdenklich gemacht, bin aber noch nicht fertig mit denken. Zwar habe ich einen deutlich kleineren Hebel, aber im Fall eines Falls falle ich aber genauso. Federung brauche und möchte ich nicht, zu schwer und ich bekomme ja schon einen Sofa-Gig.
      1. Möglichkeit: Ein V zur Verstärkung anschrauben lassen (gelbe Linie). Von den seitlichen Scheren über die Mittelstange zur Sitzmitte . Das Verändert nicht den guten Schwerpunkt, bringt rel. wenig zusätzliches Gewicht und stört nicht beim Fahren, zumal ich ja auch gebogene Stangen anfertigen lassen könnte. (blaue Linie)
      2. Möglichkeit: Hat jemand eine andere Idee?
    • Ich bin ja schon ein wenig neidisch auf Deinen Rennsulky. So einen hatte ich mir immer gewünsch.
      Danke füt die Maße. So kann ich ihn evtl. doch endlich nachbauen lassen. Welches Stockmaß fährst Du darin?
      Ich habe eine Zeitlang so einen mit Mini-Shettys gefahren. Das war sooooo klasse! Er hatte die *blaue* Verstärkung. Das war richtig gut.

      Zu meinem blauen Flitzer hatte sich Harald Gedanken gemacht, die ich auch noch immer umsetzten möchte.

      jeverson schrieb:

      ... war alles bestimmt kein glatter Asphalt... Der Bruch war also vorprogrammiert (hinterher weiß man alles besser), lag also nicht an schlechten Schweißnähten. Wäre der Sitz gefedert gewesen, hätte das ganze besser gehalten. Vielleicht kannst du ein Stück LKW(Blatt)-Feder nehmen und am vorderem Rohr anSCHRAUBEN, und auf dem hinteren, wo es jetzt abgebrochen ist, nur auflegen, bzw. lagern.
      Dann hast du eine Sitzfederung, da kannst du auch den Sitz verschiebbar machen.

      Hab mal einen schnellen Gedanken aufgemalt, aber nicht maßstäblich. Oben von der Seite, unten wie man die Sitzverstellung vielleicht zum Klemmen machen kann (von hinten gesehen, das Rote ist die Feder). Mit Löchern wäre die Verstellung am einfachsten zu realisieren, denke ich. Natürlich sollte die Feder an dem Rohr, wo sie aufliegt gesichert werden, sonst hast du tatsächlich ein Katapult :D . Auch muß die Feder passend sein, nicht unbedingt von einem 40tonner...

      LG Sonja

      Beschäftige Dein Pony, sonst beschäftigt es Dich.
    • Warum nicht simpel unten zwischen den Rädern eine stabile Querstange reinsetzen und auf dieser 2Federn anbringen und die hinten am Sitz enden lassen? Sitz vorn mit Gelenk an der "sollbruchstelle" befestigen? Ginge natürlich auch ungefedert, aber warum drauf verzichten, wenn die sich so einfach anbringen läßt? An meinem Bollerwagen muss die Grundkonstruktion dafür verändert werden, deshalb gibt es da den Umbau nicht. Krümel oder Greenorest bitte stellt doch mal eure Sulky vor! und Mini-Shetty-Carmen könnte mal Hülsmann vorstellen, mal animieren geh...@Jale: Gefederte geländesulky wiegen ~40 kg, also die 10 kg zusätzlich packt dein Pony bestimmt! @ mikado: Bitte auch nochmal vorstellen, damit wir mal die Einzelradfederung beim Sulky haben! mfg Kirsten
    • Zur Federung:

      Ich bin bisher nur ungefederte Einachser gefahren, mir fehlt also jede Erfahrung mit der Federung. Der eine Gig war eine Katastrophe, Trab ging schon auf Asphalt kaum, weil der Wagen ins Selett knallte und man nicht mehr sicher sitzen konnte. Der Wagen hatte auch Luftbereifung, mal gucken, ob ich da auch an die Maße kommen kann, wäre ja fast interessanter als die Maße der gut funktionierenden Wagen. Mein Sulky jetzt liegt, wie gesagt auch im schnellen Trab, ruhig. Wenn man im Gelände über einen 5cm hohen Stein fährt oder durch ein Tiefes Loch ruckt das natürlich, aber ich sitze sicher und versuche das nächste Mal besser zu lenken - weil ich auf Dauer Angst um die Reifen habe. Die Rennsulkys sind doch dafür gemacht viel im Trab gefahren zu werden. Auch wenn sie natürlich nur auf glattem Untergrund laufen, würde kein Jockey der Welt lange Spaß an der Arbeit haben, wenn die nicht schon bauartbedingt erträglich bequem wären.

      Daher schließe ich mich der These an, dass eine Federung um so wichtiger wird, je schlechter austariert der Wagen ist.

      Auf eine Federung möchte ich bewusst verzichten, aus mehreren Gründen.
      • Ich vermisse sie nicht.
      • Der Wagen liegt optimal auf der Straße und am Pferd, mehr Gewicht hinten würde den Schwerpunkt ändern.
      • Der Wagen ist so leicht, dass auch nach einer Stunde ausschließlich Trab im Gelände mein Pony nicht schwitzt.
      • Ich möchte, dass es alles ordentlich aussieht, man wird mit Shettys sonst nicht richtig ernst genommen. Und einen so großen Umbau bekäme ich mit vertretbarem Aufwand nicht ordentlich hin.


      Habe einen Sulky wie meinen im Internet gefunden (ja, immer der gleiche Händler, aber der ist nun mal bei uns in der Nähe) hamburgersulkyservice.de/gutes-gebrauchtes/ für 450€ neu.
      Unter maier-sulky.de/rennsulky/pony-rennsulky.html für 1030€ oder maier-sulky.de/gig-und-sulky-f…turpferde/pony-sulky.html für 820€ aber schon wieder mit viel mehr "extras" und anderen Proportionen.

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    • Ich würde auch keine Strebe zwischen den Rädern wollen.
      Aber eine solche Strebe und eine oder zwei Feder(n) sind kein Gewicht, das die Fahreigenschaften beeinflußen würde.
      Die *Bogenstütze* wird sich optisch gut einpassen und für mehr Sicherheit sorgen.
      LG Sonja

      Beschäftige Dein Pony, sonst beschäftigt es Dich.
    • @Jale, danke für den Link! leider sitz ich im Süden in gut 1000 km Entfernung im absoluten Ponyniemandsland. Also in meinem Eigenbau geht eine Stunde traben ebenfalls völlig problemlos, wenn man von der anderen Optik absieht ist die Konstruktion ja auch nicht so unterschiedlich, aber ich bin echt "wild" unterwegs auf unebenen tiefgefurchten Graswegen bzw Waldwirtschaftswegen, also >30 cm Bodendifferenz kommt schonmal vor, über 20 wird nicht mehr galoppiert. Mit der maier sind solche Wege im Verhältnis zum Bollerwagen ein Genuß. Ich kann kaum eine Aussage machen, welchen Wagen die Pony wählen würden....Stoppelfelder nehmen wir aber nur den leichten bzw den schweren dreispännig und bergauf....mfg Kirsten