Fahrpferd hat Panik vor Kutsche

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    • Fahrpferd hat Panik vor Kutsche

      Soo ein fröhliches "Hallo" erstmal in die Runde!

      Ich stelle mich vielleicht erstmal kurz vor, ich bin Clarissa und 17 Jahre alt.
      Ich habe mich eben hier registriert, weil ich eine Lösung für mich und mein Pferd suche und dadurch auf dieses Forum gestoßen bin! :)

      "Kurz" zur Vorgeschichte; ich habe einen 8 Jährigen Wallach, sächsisch-thüringisches Warmblut, den ich jetzt seit gut eineinhalb Jahren betreue und ihn letztes Jahr im Sommer gekauft habe . Er ist ein Herzensliebes Pferd, der allerdings mich als eine Bezugsperson brauchte und seitdem alles für mich macht. Unser Stall wollte ihn ursprünglich als Fahrpferd kaufen und hatte ihn zur Probe bei uns stehen, was auch alles super geklappt hatte, Laien konnten problemlos mit ihm ins Gelände fahren.
      Allerdings ergab es sich dann doch anders und er wurde wieder zurückgebracht. Über die Zeit kann ich nicht viel mehr sagen, da ich da selbst noch nicht im Stall war :D

      Nach ein paar Monaten stand er dann auf einmal am Anbindeplatz mit der Begründung er sei damals gekauft geworden... Naja was soll man machen, Pferd erstmal aufgenommen. Zu der Zeit habe ich ihn das erste Mal gesehen und ab da wars Liebe auf den ersten Blick *kitsch*
      Nach mehrfachem Hin- und Herzadern konnte ich ihn dann weit unter Wert als "Freizeitpferd" kaufen, da der Verkäufer das Pferd in KEINEM Fall zurückwollte nach den paar Monaten, was für mich persönlich schon recht suspekt klang.

      So jetzt zum eigentlichen Problem ....
      Seitdem er nach den paar Monaten wieder da war, geht er an keiner Kutsche mehr vorbei, ohne sich aufzupumpen vor Angst... Er lief schon zweimal auf dem Bundeschampionat, war aber wohl nie wirklich erfolgreich, davon weiß ich allerdings nicht viel, war vor meiner Zeit. Also denke ich, dass damals irgendwas Schlimmes passiert sein muss, weshalb er jetzt so blockiert
      Wir haben ihn dann versucht wieder einzuspannen, wenn ich dabei bin bleibt er relativ ruhig und lässt es halt über sich ergehen, aber sobald es dann los geht, kommt sein Arbeitsdrang durch und er blockiert völlig, beißt sich fest und geht nur vorwärts .
      In der Halle haben wir das Training schon oft wiederholt, im Gelände einfach zu gefährlich, mittlerweile ist er schon viel ruhiger also drinnen.

      Jetzt die Frage, was kann man da machen? Ich habe jetzt das Fahrabzeichen gemacht und würde gerne später (auch wenn es noch 4 Jahre dauert) mein eigenes Pferd fahren...

      Hab jetzt schon überlegt, in meine Bodenarbeit mit ihm mal einfach die Kutsche zu integrieren und ihm seine Angst allein drumherum zu nehmen .
      Wir haben jetzt auch angefangen, hinter einem anderen Gespann herzureiten, was früher überhaupt nicht ging, er sich aber mittlerweile bei "entspannt".
      Arbeit mit Reifen hinten dran habe ich auch schon in Erwägung gezogen, oder einfach etwas mit Rädern aber eben nicht in Kutschenform :p

      Was denkt ihr dazu? Lösungsvorschläge?
      Unterm Sattel übrigens komplett einwandfrei, tolles Pferd, springt für mein Abzeichen durch hartes Training und mit Null Anfangserfahrung einen E Parcours durch. Tolles Pferd, nur leider mit Negativ- Erfahrungen

      Ich freue mich über jede Antwort und werde auch berichten, wie er sich entwickelt :)

      Schönen Tag noch und sorry für den Monster - Text, aber lieber zu viele Infos, als zu wenig!

      Liebe Grüße,
      Clarissa
    • Der GEdanke mit der Bodenarbeit um ihm die Angst zu nehem ist gut aber mach langsam leider dauert es viel länger ein Pferd wieder zu richten als es zu verderben. Also ich würde bei der Bodenarbeit erst nal das Geschirr drauf machen und nicht gleich etwas dahinter hängen und dann schon gar nichts "lose" mit Rädern dahinter dann lieber den Reifen. Aber versuche erst mal wie er sich verhält wenn jemand in ausreichend Abstand die Stränge fest hält und Zuggewicht simulier, dann kann man wenn er panisch wird einfach die STränge los lassen und es fliegt nicht gleich etwas hinter her.

      Darf ich mal nach dem Namen des Pferdes Fragen und wer der VErkäufer war und in welchem Stall du bist?

      MfG Harz_Kutscher
    • Huhu, mach schöön langsam wie du bereits sagtest: er soll nur irgendwann für dich wieder eine Kutsch ziehen und das so, dass das für ihn und dich Spaß macht!
      mein Spezialjungpony kam hier an und bekam Aussetzer beim Sehen einer Kutsch, dauerte insgesamt 1,5 jahre geduldige Arbeit bis das in aller Ruhe gut klappte, Korrektur von Pony, welches sich zum Kampf gegen das Ungeheur hinter ihm entschlossen hatte, ist jetzt im Jahr 5 "abgeschlossen". für die jetzige "kurze" Zeit hast du doch schon sehr viel erreicht, via Boden ganz langsam weiter. Bei meinem Pony war es extrem viel boden im gelände zu fuß hinterher und gaanz leichte Schleppe im Gelände bis iwann Stress runter war und auch heut noch gilt hier für dieses Pony sobald Stress anwesend sofort im Mehrspänner Stränge ab und mal halbe Stunde zugfrei mitlaufen. Einspännerstress, sofort runter neben kopf zucker stopfen und mitlaufen bis stress weg. bei Boden nehme ich im Anfang bündel Tannenreisig ist ungefährlich, schön laut und läßt sich von mir gut ziehen rutscht hinters Pony und iwann dran an die Zugstränge erst viel später kommt der Ortscheid, natürlich über Monate. bei Panikern find ich Scheuklappen nicht unbedingt hilfreich, mein Pony hier muss ganz genau beobachten könne, was Sache ist und alle Korrekturpony suchen richtig mit den Augen nach meinem Gesichtsausdruck, die müssen mit Scheuklappe sich so verrenken. mfg Kirsten
    • Nach langer Zeit komme ich dann auch mal wieder zum Schreiben.... Also in Richtug Kutsche ist nach wie vor nichts passiert, ich stecke momentan mitten im Abitur, da bräuchte ich chilligen Ausritte :p
      Aber jetzt über den Sommer hab ich wieder mehr Zeit...

      Achso, seine Angst fängt übrigens schon an, sobald er von meinem "Trainer" an die doppellonge genommen wird ...

      Weitere Lösungsvorschläge? Ist euch sowas schonmal begegnet?

      Achja und @Harz_kutscher so genau möchte ich nicht im Internet zurückverfolgt werden:)
      Ich sage nur, dass ich aus Hessen komme :) hier in der Gegend ist die Geschichte Public...

      Leider kann ich es absolut nicht nachvollziehen, wie man so einem tollen und wirklich 100% zuverlässigen Pferd so Angst geben kann...
      Ich will gar nicht wissen, was er alles durchmachen musste, wahrscheinlich von einem Besotzer zum nächsten gewechselt und im Zwei-/vierspännermit Jungpferden die Arbeit gemacht, weil sein Vorbesitzer auch einfährt ...
    • Lösungsvorschläge?

      Ganz VON VORNE und in KLEINSTEN Schritten, mit viel Pausen, Bestärkung, Lob, Ruhe und OHNE Zwang nochmal anfangen. D.h. nicht erst bei der Doppellonge, sondern schon beim Führen, dann longieren, dann Kontakt an den Hinterbeinen, Zähne, Hals, Rücken, Verständnis der Zügelhilfen, Verständnis des longierens prüfen, ob dieses Pferd überhaupt versteht, was von ihm verlangt wird und prüfen, ob es die jeweils gestellte Anforderung erfüllen kann.
      Sabine M.H.
      Arbeitende Ziegen und Highland Ponies
    • Songcat schrieb:


      Unterm Sattel übrigens komplett einwandfrei, tolles Pferd, springt für mein Abzeichen durch hartes Training und mit Null Anfangserfahrung einen E Parcours durch. Tolles Pferd, nur leider mit Negativ- Erfahrungen
      das ist übrigens kein Pferd, das cool ist, sondern eines, das gelernt hat, dass ihm nur ein Ausweg aus einer Situation bleibt, nämlich bedingungsloser Gehorsam, ohne Rücksicht auf eigene Unversehrtheit.

      Traurig, das sowas als "toll" betitelt wird.......

      Beim Fahrtraining hat er dann mal die Erfahrung machen "dürfen", dass er sich wehren kann, wenn er etwas nicht versteht, etwas ihm Angst macht. nur ist die Lösung nicht, noch mehr Gehorsam zu puschen, sondern ihn verstehen lassen, was er machen soll.
      Sabine M.H.
      Arbeitende Ziegen und Highland Ponies
    • Grad Zeitmangel beim Mensch läßt fein nutzen zum Ausbilden kutsch, ich glaub du willst zu schnell zu viel....es dauert JAHRE bei einem verkorksten Pferd den Stresspegel zu senken....ich würd an deiner Stelle auch über Geschirrwechsel nachdenken, dh zb von Kummt auf BB, von Leder-BB auf leicht-plastik oder sowas, hauptsache ist neu fürs pferd, damit da einen neue Verknüpfung entstehen kann, ansonsten raushohlen, aufschirren, füttern, abschirren usw usf ohne Geschirr Langzügel/kopflaufen, aber halt eben möglichst was wählen was pferdle nicht kennt zb völlig unwegsames Gelände mit Langzügrel, wo der echt seine Füße sortieren muss. Vom meinem Gefühl her ist normale Ausbildung bei Vorgeschichte absoluter Murks, ich würd Doppellonge mal mindestens 1-2 Jahre streichen und wirklich erstmal im Grundsatz Mensch am kopf+Zuckerstopf installieren und erst nachdem das stressfrei drinn ist ganz langsam hintere rutschen. verbanne den gedanken an fahren völlig aus deinem Kopf, dein einizger Job ist dem pferd helfen über Stress senken. ich hab überhaupt nicht damit gerechnet mein Jungpony hier je fahren zu können (anfangs mit nasenbremse 2-3 minuten zwangsscherestehen mit völlig ausgerastetem Pony, nix geschirr oder so, nur stehen in liegender Schere...). Ich wollt auch dies Pony nicht unbedingt je einspännig fahren, aber ich wollt unbedingt dem seine hysterischen Reaktionen auf menschenverträgliches Maß dämpfen, denn so war das Leben mit dem Tierle zu gefährlich. mfg Kirsten
    • Danke für die bestimmt nett gemeinten Worte, aber ich lasse es mir nicht unterstellen, dass ich mein Pferd im Bezug auf seinen Gehorsam ausnutze.
      Ich denke nach wie vor, dass es ein "tolles" Pferd ist, das endlich Vertrauen zeigen kann und zeigen kann, was er gerne macht.
      Seine Springlust ist unvorstellbar, die hätten wir wahrscheinlich sonst nie entdeckt.
      ;)

      Wer ihn nicht persönlich kennt, sollte nicht über ihn und uns urteilen. Da er vorher viel Spaß an chilligen Kutschfahrten hatte, würde ich gerne versuchen ihm die Blockade zu nehmen, wenn es nicht klappt dann halt nicht, er wird nie wieder Turnier Luft schnuppern müssen.
      Was Sie wohl an dieser Stelle nicht verstanden haben ist, dass ich ihm die Angst der Vergangenheit nehmen möchte und ihm (wer weiß vielleicht in 10 Jahren) seinen Spaß vor der kutsche wiederzugeben, da er vorher komplett anders war.

      Merkt man allein beim Fahren, sobald er merkt, dass man nichts von ihm will lässt er sich fallen und zum Schluss der Stunde läuft er vorwärts-abwärts vor der Kutsche .


      Auch möchte ich keinen "Gehorsam puschen", deswegen suche ich doch einen Weg, ihm seine Angst zu nehmen.

      Und auf beleidigende Kommentare von der Seite bin ich leider allergisch :)

      Mfg
    • Danke Kirsten, für deine Vorachläge :)
      Ja, genau wie ich schon sagte ist das Kutsche fahren an sich noch in weiter Ferne :p
      Zeitbedingt komm ich wenn es hochkommt einmal in der Woche zur Arbeit mit Geschirr in der Halle/ im Gelände , aber eher seltener
      Mach ich jetzt schon länger so, aufschirren klappt problemlos , hält jetzt immer schon den Kopf runter fürs Brustblatt :p
      Meistens mach ich dann ein wenig Bodenarbeit, Übungen die ihm Spaß machen oder gehe einfach mal am langen Strick raus Spazieren und lasse ihn die Gegend erkunden und entdecken dabei ist er sowieso gechillt, solange ich bei ihm bin und ihn bestätige.

      Yep es ist sogar wie du es sagst, Doppellonge ist seit Wochen Tabu, weil ich selbst gemerkt habe, dass das im Moment bei ihm gar nicht geht, wozu noch mehr Stress :D zumal ich selbst erstmal an meinen anderen Pferden üben muss :p
    • Bitte informier dich mal über Sieltec geschirr, vielleicht kennt dein Pferd diese Geschirrart noch nicht! und grad fürs Üben läßt sich das fein auseinanderbasteln und es ist soo leicht. Wie du irgendwann fährst ist egal aber grad bei Stress zum üben schnell auf/abshcirren ist das gut geeignet. Ein unfallpferd braucht vielviel geräuschübung von hinten, ich nehm hier immer trupp kleine jungs und Pony mit Scheuklappen am langzügel (achtung wär für dein pony viel zu hohe Anforderung im Moment!) und die dürfen dann Geräusche erzeugen egal womit und wie bis pony sich erschrickt, dann wird natürlich sofort abgebrochen Pony darf sich umgucken und genau beobachten was das für Geräusch ist und gibt zucker und und und....nach 2 Jahren kann hinter meinen sozusagen meinen ne Bombe explodieren und es juckt die nicht, weil die wissen ich bin zwischen Bombe und ihrem hintern. Fernlenkautos sind sehr hilfreich bei der Anti-Scheu-Ausbildung und billig. mfg Kirsten

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    • Songcat ich fragte nur da mir eine Beschreibung des Pferdes so zu sagen bekannt vor kam und somit auf einen Fall in meinem Bekanntenkreis zu treffen hätte können aber Hessen passt da nicht ins Gefüge ;)

      Solche Fälle kenne ich leider einige, da bieten sich junge Pferde gut an werden von "Profies" gearbeitet aber kommen sie dann zu weniger erfahrenen Menschen die ggf. selber unsicher sind geht das schnell mal in die von dir geschilderte Richtung.

      Da hilft wohl wirklich nur mit Ruhe wieder so zu sagen neu anfangen.
    • Liesmal noch mal quer im Netz, ich hab da manch gute Ideen aus anderen Ländern übernommen zb in Norwegen müssen die Pferd eine Art Vorderhandwendung in die Schere machen, in Rumänien denkt niemand was dabei das Perd angeschirrt von der Vorderkutsch fressen zu lassen, irgendow im osten hat jemand sein pferd dazu gebracht mit HG eine kutsch auf Anhänger zu schieben, bei den Distanzlern lassen sich auch gut Erziehungs/Ausbildungsideen klauen. ich hab den Winter versucht meine pony rückwärts eine Treppe raufzubekommen, war seehr bildend für alle Beteiligten und wird auf jeden fall fortgesetzt nächsten Winter, beherrscht ein Pferd das, kann es auf Kommando mit seinem Gewicht komplett spielen, kann im Extremfall sehr nützlich sein und geht weit über: wir geben ein bein pronto in jeder Situation auf Kommando hinaus. Mein Jungpferdle hab ich lang vor dem zug vorwärts etwas rückwärts drücken lassen (geht fein ohne bauchgurt, Pony kann jederzeit bei panik unfallfrei vorwärts aus geschirr schlupfen). Grad bei Zugsorgen ist (wenn das Tier verhunzt wurd) idr das zurück noch nicht ausgbildet, also eine Chance für den Aufbau einer positiven Beziehung. mfg kirsten