Langsamer. Kleiner. Gut.

    • kuhtreiber schrieb:

      Träumt alle schön weiter !
      naja, die anderen Vorstellungen geraten mehr und mehr zum Alptraum

      Deutschland wird den Hunger in der Dritten Welt sicher nicht stillen, im Gegenteil, mit unserem billigen Geflügel machen wir dort die Märkte für die Landwirte auch noch kaputt :wacko:

      Gibt es "The End of Food" von Paul Roberts mittlerweile als deutsche Übersetzung?
      "Ich will nicht in einer Welt leben, in der alles, was ich sage, alles was ich mache, der Name jedes Gesprächspartners, jeder Ausdruck von Kreativität, Liebe oder Freundschaft aufgezeichnet wird." Edward Snowden - 6.6.2013

      "Aber lasst euch sagen: Es ist schwer eine Obergrenze für Menschen zu finden, wenn das Leid keine hat!" Luise Kinseher - 24.02.2016
    • JEDER TRAUM ist berechtigt

      kuhtreiber schrieb:

      Träumt alle schön weiter !
      Auf der Erfahrung des unblutigen Sturzes des DDR-Regimes ist JEDER TRAUM erlaubt, und JEDER TRAUM hat das Potential auf Verwirklichung.
      Allerdings muss man was dafür TUN!

      Eines ist klar: wenn wir nur auf dem Sofa sitzen und abwarten, dann überlassen wir das Feld den etablierten Kräften - sprich der Agrarindustrie mit ihren Lobbyisten:

      CharlyBonifaz schrieb:

      naja, die anderen Vorstellungen geraten mehr und mehr zum Alptraum

      Sehe ich auch so. Meinen letzten Schock hatte ich, als ich ein Bild von einem Foam Depopulation System (aus den USA) gesehen habe: die effizienteste Tötungsmethode ist: durch Schaum ersticken. Jetzt erstmal bei Hühnern - da wird eine Riesenwelle Schaum in den Hühnerstall geleitet, die Tiere ersticken alle darin - man muss sie nachher nur noch einsammeln. In was für einer Hölle sind wir gelandet.

      CharlyBonifaz schrieb:

      "The End of Food" von Paul Roberts
      Der Titel hört sich auch recht eindeutig an - kannst Du einen kurzen Abriss geben?
      Danke vorab - und trotz all der Horrornachrichten um uns rum: ein schönes Wochenende! :-]
      > Für ein partnerschaftliches Miteinander von Mensch und Pferd und friedliche Koexistenz. <
    • CharlyBonifaz schrieb:

      im Gegenteil, mit unserem billigen Geflügel machen wir dort die Märkte für die Landwirte auch noch kaputt


      Solange die Medien heute bejammern, dass unser billiges Geflügel die afrikanischen Geflügelhalter in die Pleite treiben und morgen den Verbrauchern empfehlen, beim Fleischkonsum möglichst mageres Geflügelfleisch zu essen (wobei eine Auslage mit Brustfilets gezeigt wurde), weiß ich, dass mein Misstrauen gegenüber diesen Meinungsmachern gerechtfertigt ist.
      Ausserdem: Die Globalisierung ist politisch gewollt (das bedeutet NICHT, dass ich sie gut finde!). Nur sagt niemand aus der Politik, dass Globalisierung KEINE Einbahnstraße ist. Oder anders ausgedrückt: Wieviele Branchen sind in Deutschland durch billige Importe kaputt gemacht worden ?
      Und ansonsten hatte ich nur angefragt, wie denn Lösungen aussehen könnten. Es gibt einen Fachbegriff für das Verhalten, dass Menschen GENAU wissen, was sie NICHT wollen, aber nicht bezeichnen können, WAS sie denn wollen. Dann kommt irgendein diffuse Geschwurbel. Bin allerdings kein Psychologe, so dass ich diesen Begriff nicht parat habe.
      Es ist zwar leicht zu schreien, "Wir wollen keine xy", aber es reicht nicht zu rufen, "der König ist tot", man muss dann auch rufen (können) "es lebe der König".
      :) Kühe sind die besseren Menschen :)
      und ausserdem schmecken sie auch besser!
    • Konstruktives

      kuhtreiber schrieb:

      Es ist zwar leicht zu schreien, "Wir wollen keine xy", aber es reicht nicht zu rufen, "der König ist tot", man muss dann auch rufen (können) "es lebe der König".
      Das ist schon richtig, kuhtreiber, nur NEIN sagen gilt nicht, man muss sich auch an der konstruktiven Arbeit beteiligen. Also: Vivent les rois!
      zum Beispiel:
      Ernst Friedrich Schumacher: Small is beautiful. Die Rückkehr zum menschlichen Maß,
      Neuauflage oekom Verlag, München 2013
      Niko Paech: Befreiung vom Überfluss. Auf dem Weg in die Postwachstumsökonomie,
      oekom Verlag, München 2012, 5. Aufl. 2013

      und natürlich, da nicht nur der urbane Teil betrachtet werden darf: Langsamer. Kleiner. Gut. ... aber da sind wir ja gerade...

      Die ganz einfache Lösung ist: Suffizienz und Subsistenz - und das Phantastische ist: da kann jeder HEUTE mit anfangen. Zum Beispiel weniger Fleisch, keine Ersatzanschaffungen wegen kultureller Obsoleszenz (es muss nicht immer das neueste Smartphone sein!), regionale Produkte kaufen etc.

      Emanuel hat darüber ja schon sehr Schönes geschrieben, Prinz hat dazu schon sehr Konkretes berichtet... und jetzt werde ich einmal persönlich: kuhtreiber, kannst Du aus Deiner Situation heraus denn auch schon ein Beispiel nennen, und sei es noch so klein, bei dem Du Deinen Beitrag zu leisten versuchst? Oder versetzen Dich die Bedenken wegen Politik und Medien in passive Lähmung?
      Es reicht, wenn Du Dir die Frage selbst beantwortest. Keine Privatperson ist der Öffentlichkeit Rechenschaft schuldig (allerdings wäre es ermutigend, wenn es da etwas zu erzählen gäbe ...).

      :thumbup:
      > Für ein partnerschaftliches Miteinander von Mensch und Pferd und friedliche Koexistenz. <
    • LustundLaune_08 schrieb:

      und jetzt werde ich einmal persönlich: kuhtreiber, kannst Du aus Deiner Situation heraus denn auch schon ein Beispiel nennen, und sei es noch so klein, bei dem Du Deinen Beitrag zu leisten versuchst? Oder versetzen Dich die Bedenken wegen Politik und Medien in passive Lähmung?



      Kuhtreiber macht sehr viel in die RIchtung, den sein Beruf ist viel näher an den Lösungen als der vieler anderer hier.
      Darum wünsche ich ihm so viel Aufträge , dass er aus seiner Werkstatt nicht mehr raus kommt.
      Kannst Du schon mit Pferden arbeiten ?
      Oder mußt Du noch Traktor fahren ?
    • Fuhrmann schrieb:


      Kuhtreiber macht sehr viel in die RIchtung, den sein Beruf ist viel näher an den Lösungen als der vieler anderer hier.
      Darum wünsche ich ihm so viel Aufträge , dass er aus seiner Werkstatt nicht mehr raus kommt.
      ... sehr kollegial von Dir, dass Du so schnell für kuhtreiber in die Bresche springst - aber ich hätte mich auch gefreut, wenn es zu einem direkten Dialog zwischen ihm und mir gekommen wäre...
      > Für ein partnerschaftliches Miteinander von Mensch und Pferd und friedliche Koexistenz. <
    • Hallo
      Um das Thema billiges Geflügel noch einmal aufzunehmen.Wir verarbeiten in der Firma zur Zeit fertig gebratene Hähnchenbrüste aus Thailand:tiefgefroren,einzeln entnehmbar,kallibriert in 10 Gramm Schritten,verpackt in Kartons zu 2,5 kg.Das ganze zu einem Preis wo kein deutscher Produzent mehr mitkommt.Wie geht das? Ich weiss es langsam nicht mehr.Ich bin jetzt so weit nur von mir selbst geschlachtetes oder auf der Jagd erlegtes Fleisch zu essen.Wir werden doch überall beschissen,nicht nur bei Lebensmitteln.Gott sei Dank sind es nur noch 5 Jahre bis zur Rente dann brauche ich diesen Wahnsinn nicht mehr selber mit zu machen und kann mein Maul aufmachen ohne irgendwelche Konsequenzen meines Arbeitgebers befürchten zu müssen. :cursing:
      Gruß
      Ralf
    • willemsje schrieb:

      .Gott sei Dank sind es nur noch 5 Jahre bis zur Rente dann brauche ich diesen Wahnsinn nicht mehr selber mit zu machen und kann mein Maul aufmachen ohne irgendwelche Konsequenzen meines Arbeitgebers befürchten zu müssen


      Ein ehrlicher Seufzer ! Und so mag es vielen gehen, die nicht selbständig sind oder sonst die Möglichkeit haben, so zu leben und zu produzieren, wie sie es als richtig erkannt haben.

      A. Nemitz
      A. Nemitz
    • Hallo zusammen,
      Trotz Selbstständigkeit Sitz man in der Mühle der Lebensmittelindustrie und wird regelrecht vergiftet.
      Wir essen wenig Fleisch meist wild, bin Jäger, doch ich kann leider nicht alles selbst herstellen.
      Garten ist vorhanden, Bienen und sieben Hühner sollen dieses Jahr kommen, doch was soll man noch alles machen,
      Am besten das Öl versiegt, doch was dann? Soviel Munition kann ich gar nicht kaufen um mein hab und gut zu verteidigen.
      Man sollte mit dem zu Frieden sein was man hat und das best aus seinem Leben machen.
      Ich arbeite um zu leben und lebe nicht um zu arbeiten.
      Mein Ziel mit 55 in Rente bin jetzt 39
      Und dann nur noch mit den Pferden arbeiten und das Leben leben.
      Gruß Patrick

    • Zitat von »CharlyBonifaz«
      "The End of Food" von Paul Roberts
      >> Der Titel hört sich auch recht eindeutig an - kannst Du einen kurzen Abriss geben?

      theendoffood.com/id8.html

      Hab's noch nicht auf Deutsch entdeckt :pinch:
      Der Autor bringt Überlegungen
      - zu den Grundlagen des weltweiten Nahrungsmittel-Systems
      - wie sehr dieses System von billigen Transporten abhängig ist
      - welche Faktoren dazu beitragen, daß es zu Lebensmittel-abhängigen Gesundheits- und Wirtschaftsproblemen kommt
      - welche Alternativen zur Öl-abhängigen Lebensmittelwirtschaft möglich sind
      "Ich will nicht in einer Welt leben, in der alles, was ich sage, alles was ich mache, der Name jedes Gesprächspartners, jeder Ausdruck von Kreativität, Liebe oder Freundschaft aufgezeichnet wird." Edward Snowden - 6.6.2013

      "Aber lasst euch sagen: Es ist schwer eine Obergrenze für Menschen zu finden, wenn das Leid keine hat!" Luise Kinseher - 24.02.2016
    • Fuhrmann schrieb:

      Kuhtreiber macht sehr viel in die RIchtung, den sein Beruf ist viel näher an den Lösungen als der vieler anderer hier.

      Dafür zunächst mal danke.

      Fuhrmann schrieb:

      Darum wünsche ich ihm so viel Aufträge , dass er aus seiner Werkstatt nicht mehr raus kommt.

      Das wünscht du mir ja nur, damit ich keine Zeit mehr habe, hier den Provokateur zu geben. :D

      LustundLaune_08 schrieb:

      aber ich hätte mich auch gefreut, wenn es zu einem direkten Dialog zwischen ihm und mir gekommen wäre...

      Nun, dann fange ich mal mit der Lobhudelei auf mich an . :thumbsup:
      Beruflich:
      In meinem Profil steht meine Email-Adresse. Die ist ja kein Phantasieprodukt, sondern hat einen realen Hintergrund. Von dort findet mich jeder, der mich finden will.
      Aber trotzdem:
      Im Jahr 2003 habe ich mich entschlossen, keine Überseematerialien mehr zu verwenden (bis auf einen ganz kleinen Rest für Stuhlgeflechte), sondern nur noch heimische Rohstoffe. Die Entwicklung zeigt mir, dass diese Entscheidung sehr richtig war, denn seit 2012 hat Indonesien aus protektionistischen Gründen (man will China "aushungern") ein absolutes Ausfuhrverbot für Rattan-Rohmaterialien erlassen. Die europäischen Berufskollegen sind dabei quasi der "Kollateralschaden".
      Im Jahr 2008 habe ich meinen LKW abgeschafft und transportiere jetzt meine Produkte mit einem PKW und Anhänger, der (bei Anhängerbetrieb) 1/3 weniger Kraftstoff verbraucht. Das hatte leider zur Folge, dass ich auch mit meinem Kuhgespann nicht mehr an Veranstaltungen teilnehmen konnte. Aber manchmal müssen eben auch Opfer sein.
      Privat:
      Wir leben in einem Haus, das 1929 erbaut wurde und bis heute keine Zentralheizung hat, obwohl mein Vater Heizungsbauer ist. Wir haben ganz bewusst auf "moderne" Technik verzichtet und beheizen unser Haus ausschliesslich mit Abfall-Holz aus einem Sägewerk, für das kein Baum zusätzlich gefällt werden muss. Und das in zwei (!) Feuerstellen.
      Unser Wohnzimmer und unsere Küche sind 30 Jahre alt, unser Schlafzimmer 25 Jahre. Letztes Jahr haben wir für eine Summe, für die man auch eine neue Garnitur bekommen hätte, unsere Sofas neu mit Leder bei einem hiesigen Sattler polstern lassen, weil das massive Gestell nach den 30 Jahren immer noch keine Macken hat. Und wahrscheinlich werde ich jetzt auf dieser Couch liegen, bis ich nicht mehr aufwache.
      Unser Telefon im Haus hat noch eine Wählscheibe. Da brauche ich zum Alter wohl nichts mehr zu sagen. Mein Handy ist 10 Jahre alt und das Einzige, was man mit ihm machen kann, ist telefonieren und smsen (wobei ICH noch nicht mal das kann). "Smart" sein kann ich auch ohne ein entsprechendes Phone. Vermutlich hat es aber nur deshalb so lange gehalten, weil ich nach der Devise lebe, dass nur Dienstboten ständig erreichbar sein müssen. Und der Status "Dienstbote" hängt nicht vom Einkommen ab. Auch der Vorstandsvorsitzende eines Konzerns kann der Dienstbote seiner Aktionäre sein.
      Und bei alldem haben meine Frau und ich (auch diese Beziehung ist schon über 30 Jahre alt und eigentlich nicht mehr zeitgemäß) auch noch drei - in unseren Augen - wohlgeratene Töchter großgezogen. Wobei meine Frau nie ausser Haus arbeiten gegangen ist. Denn auch DAS geht, entgegen der Meinung der Meisten heutzutage.
      Allerdings haben wir auch noch NIE eine Flugreise unternommen (was wir auch nicht wirklich vermissen).
      Aus vollem Herzen kann ich sagen, dass wir bisher in unserem Leben auf NICHTS verzichten mussten, was uns irgendwie wichtig ist.
      Aber, und jetzt kommt das große "Aber":

      LustundLaune_08 schrieb:

      Die ganz einfache Lösung ist: keine Ersatzanschaffungen wegen kultureller Obsoleszenz

      Auch dieser Satz ist leicht ausgesprochen, wenn man die nachfolgenden Konsequenzen nicht beachtet:
      Da auch Handwerksschreiner z.B. ihre Möbel nicht mehr mit Stechbeitel und Handhobel zusammenbauen: WIE sähe es mit den Beschäftigtenzahlen aus, wenn ALLE so wenig konsumieren würden wie wir (meine Familie und ich) ?
      Das ist z.B. was ich damit meine, wenn ich davon spreche, dass die aktuellen Gegebenheiten beachtet werden müssen.

      willemsje schrieb:

      Um das Thema billiges Geflügel noch einmal aufzunehmen.Wir verarbeiten in der Firma zur Zeit fertig gebratene Hähnchenbrüste aus Thailand:tiefgefroren,einzeln entnehmbar,kallibriert in 10 Gramm Schritten,verpackt in Kartons zu 2,5 kg.Das ganze zu einem Preis wo kein deutscher Produzent mehr mitkommt.Wie geht das?

      Da kommt dann die von der Politik gewünschte Globalisierung ins Spiel. Deutschland ist vom Lohn-und Kostenniveau eben höher als der größte Teil der restlichen Welt. Man kann mehr oder weniger alles woanders billiger herstellen.
      Dann bleibt also entweder die Abschottung des Marktes nach aussen hin (z.B. durch Zölle). Wer hier glaubt ernsthaft, dass es dazu kommen wird ?
      oder die Senkung der Löhne hier (wozu es schon gekommen ist und auch weiter kommen wird). Aber das sagt der Bevölkerung keiner, weil diese das nicht hören will.
      Die Politik macht den Menschen vor, dass Globalisierung bedeutet, die ganze Welt auf unser Wohlstandsniveau zu heben. Dabei funktioniert Globalisierung nach dem Gesetz der kommunizierenden Röhren. Aber wer traut sich von den Regierenden das der Bevölkerung zu sagen ?

      CharlyBonifaz schrieb:

      wie sehr dieses System von billigen Transporten abhängig ist

      Das ist dann die dritte Möglichkeit. Die Transporte werden so teuer, dass eine Produktion in der Region wieder wettbewerbsfähig wird. Das ist eine schöne Vorstellung, mit der ich durchaus leben kann. Aber dazu gehört auch, dass ALLES was bisher - billig - transportiert wurde, sich drastisch verteuert, einschliesslich der Menschen zu entfernten Urlaubsorten und der Pferde zu nutzlosen Turnieren.
      Wenn jetzt noch jemand Fragen hat: Ich beantworte sie im Rahmen meiner bescheidenen Möglichkeiten. :D
      :) Kühe sind die besseren Menschen :)
      und ausserdem schmecken sie auch besser!
    • Hallo Kuhtreiber
      Ich lebe mit meiner Familie garnicht weit weg von dir(Dreis-Brück).Auch ohne Zentralheizung (Kronenreiser aus dem Gemeindewald heizen sehr gut)ohne in Urlaub zu fahren ,bin Selbstversorger mit Fleisch,Kartoffeln etc.Geld ist immer knapp ab wir sind glücklich dabei.
      Gruß
      Ralf


      P.S. Hast Du vor Jahren den Landtscheider Hausiererwagen beim Erntedankfest in Mückeln mit deinen Kühen gezogen?
    • Auch wir haben gestern noch lange über deine Zeilen, kuhtreiber, gesprochen und diskutiert. Leben wir so energiesparsam als möglich, ... so nachhaltig wie es geht, ... so sparsam als möglich ohne dabei geizig zu werden, ... verantwortungsvoll? Wahrscheinlich können wir das auch erst im nachhinein über unseren Lebensstil sagen, so wie du auch und einen kleinen aber sehr feinen Rückblick deiner vergangen Jahre gibst. Ich hoffe und bin auch recht zuversichtlich, dass es uns ähnlich ergehen könnte.

      Vielleicht sehen wir uns ja beim Zugrindertreffen am Samstag! :-]
    • tolle Antwort

      kuhtreiber schrieb:

      mit der Lobhudelei
      Wow, kuhtreiber - das war aber mal eine Lobhudelei - wirklich tolle Antwort! Ein Glück, dass Du geschrieben hast (aus Deinem Profil kann ICH jedenfalls nix erkennen). Da läuft bei uns ja vieles in die gleiche Richtung. Auch ich habe meine alte Couch nicht entsorgt, sondern vom Polsterer neu beziehen und die durchgebrochenen Holzteile der Lehne ersetzen lassen. Auch lasse ich defekte Holztüren und Stöcke nicht einfach ersetzen, sondern vom Handwerker ausbessern.



      Mein Telefon mit Wählscheibe, das seit 25 Jahren an seinem Platz stand, musste ich 2013 aber leider an die Telekom zurückschicken, als ich meinen Vertrag gekündigt habe und zu einem anderen Anbieter gewechselt bin (die Alternativen waren Zurückschicken oder weiterhin monatliche Mietgebühr bezahlen - bis ans Lebensende wahrscheinlich). Ich habe keine Einbauküche, und schon gar keine, die regelmäßig ausgetauscht werden müsste ...usw...
      Ich glaube, die Beispiele zeigen doch einige Übereinstimmung... :-]

      Was für MICH auf alle Fälle gänzlich neu ist, war zu erfahren, dass es einen theoretischen Überbau zu solch einer Lebenshaltung gibt. Es ging letztes Jahr damit los, dass ich bei Familie Schmid in der Schweiz den "Suffizienz"-Gedanken kennengelernt habe. Der lässt mich seither nicht mehr los. Und dann: die Postwachstumsökonomie von Prof. Paech... Diese gibt übrigens auch die Antwort auf Deine Frage, was wäre, wenn ALLE so wenig konsumieren würden? Das sähe dann so aus: 50% weniger Produktnachfrage = > 50% weniger Erwerbstätigkeit, die restlichen 50% in Subsistenz (und Lebensqualität). Also nur noch die Hälfte Fremdversorgung, die andere Hälfte Eigenversorgung. Die ganze im BIP bemessene Wirtschaftsleistung wird runtergefahren, der nicht-erwerbsmäßige Teil hoch. Im Modell von Paech gibt es denn auch keine reinen Konsumenten mehr, sondern "Prosumenten" = Konsument + Produzent gleichzeitig.

      Die Verteuerung des Transportes an sich - ökologisch betrachtet unbedingt erforderlich. Im Vortrag von Prof. Paech gibt es einen 24h-Zeitraffer der Flugbewegungen über dem Globus. Der absolute Wahnsinn, wirklich, der absolute Wahnsinn. Vor allem, wenn man den CO2-Ausstoß eines Fluges beachtet, bspw. Flugreise Deutschland - New York 4,2 t CO2.. Der pro Kopf pro Jahr "erlaubte" Ausstoß liegt aber bei 2, 7 t.

      Wir sind uns doch einig: wenn wir eine Veränderung der gegenwärtigen Zustände wollen, dann müssen wir auch Veränderungen zulassen, oder? Also Modelle wie die Postwachstumsökonomie denken - und in die Breite tragen. Jetzt zitier ich mal wieder Ralf. Was nicht geht, ist, "Wasch mich, aber mach mich nicht nass."
      > Für ein partnerschaftliches Miteinander von Mensch und Pferd und friedliche Koexistenz. <
    • nur weil ich einen uralten Küchenschrank grad generalüberhol:
      dazu gehört aber dann auch beim Einkauf eine vorraussehende Planung; kein billiges Press-Span was nach 10 Jahren auseinander fällt ...
      "Ich will nicht in einer Welt leben, in der alles, was ich sage, alles was ich mache, der Name jedes Gesprächspartners, jeder Ausdruck von Kreativität, Liebe oder Freundschaft aufgezeichnet wird." Edward Snowden - 6.6.2013

      "Aber lasst euch sagen: Es ist schwer eine Obergrenze für Menschen zu finden, wenn das Leid keine hat!" Luise Kinseher - 24.02.2016