Langsamer. Kleiner. Gut.

    • LustundLaune_08 schrieb:

      Da hilft nur: umdenken und zu Methoden kommen, bei denen wir nicht viel falsch machen können.


      Zur Zeit ist in der Schweiz ein Streit im Gange betreffend Einsatz von vorbehandeltem Mais- und Raps-Saatgut. Die Forschung erkannte, dass dieses gebeizte Saatgut die Bienen abtötet und trotzdem setzt sich der Bauernverband dafür ein, dass das Saatgut noch verwendet werden kann, die Beweise dagegen seien zuwenig deutlich. :(

      Da wäre auch eine Methode nötig, wo man nichts mehr falsch machen kann. :]

      Gruss E. Schmid
    • Was ich in dem Buch vermisse ist das Herausstellen der Zufriedenheit die man hat wenn man mit Pferden arbeitet. Beim Pflügen bin ich abends zwar körperlich erschöpft, aber innerlich nur noch am grinsen...

      Ich kenne auch die andere Art Erde umzuschubsen, nämlich mit dem Trecker. Meiner hatte „nur“ 60 PS und machte einen höllischen Lärm der einen trotz Gehörschutz fix und fertig machte. Da war dann auch noch dieses Gefühl von, „Geht es nicht noch schneller, kann ich mit einem anderen Gang nicht noch ein wenig Zeit sparen? Muß ich noch ein bisschen Nachjustieren damit das Ergebnis bei 3 Scharen besser aussieht? Verflucht, was ist da hinten denn schon wieder los?“

      Mit den Pferden habe ich den Pflug vor Augen, kann ggf anhalten und einen herausgepflügten Stein beiseite rollen. Die Pferde geben das Tempo vor und ich habe nur einen Schar. Außerdem ist das alles Teamarbeit mit den Pferden, auf dem Traktor ist man allein mit der Technik. Und auch die „fortschrittliche“ Technik wird von den wenigsten Landwirten beherrscht. Joystick, diverse Monitore und eine unüberschaubare Fülle von Einstelloptionen überfordern selbst technikverliebte Junglandwirte in vielen Fällen.

      Im Kapitel Urlaub wird das Zufriedenheitsgefühl zwar angesprochen, aber es hätte meiner Meinung nach verdient deutlicher herausgestellt zu werden.

      Zum Thema Urlaub:
      Ich lebe und arbeite in einer Region die viele als das wünschenswerte Urlaubsziel Jahr für Jahr ansteuern.
      Ich denke, das können die meisten von ihrem Wohnort behaupten.
    • @jkoerner, das hast du schön beschrieben. Es gibt nichts schöneres als auf die gemachte Arbeit zurück zu blicken, die Pferde gelassen da stehen zu sehen und auf die Arbeit anzustossen :D

      Ich habe gestern noch ein Exemplar von dem Buch gekriegt. Meins hatte ich verliehen, etwas dass ich nie mache und prompt ist der Ausleiher auf unbestimmte Zeit ins Ausland abgetaucht. Ich war so geknickt, dass GG mir ein neues geschenkt hat. :love:
    • 2014 ist das Jahr des Family Farming

      Der Zeitgeist ist mit uns. 2014 wurde von den Vereinten Nationen zum Jahr des "Family Farming" erklärt. Allerhöchster politischer Wille, von vielen Ländern getragen, unterstützt somit Landwirtschaftsformen, deren Charakteristika denen von pferdegestützter Landwirtschaft entsprechen.

      Explizit ist von "re-positioning" landwirtschaftlicher Familienbetriebe im Zentrum von Landwirtschafts-, Umwelt- und sozialpolitischen Agendas die Rede. Auch den Vereinten Nationen, genau genommen der FAO - Food and Agriculture Organization of the United Nations, ist also bewusst, dass es durch die Industrialisierung zu unguten Verschiebungen mit negativen Auswirkungen gekommen ist.

      "Family Farming" ist definiert als Organisationsform familiengeführter und familienbetriebener landwirtschaftlicher Betriebe (gilt auch für Forst, Fischereien etc.), die überwiegend auf Familienarbeit - von Männern und Frauen - beruhen.

      Und zwar sowohl in Entwicklungsländern wie auch in entwickelten (= Industrieländer!?).

      Dabei spielen für die Vereinten Nationen folgende Überlegungen eine Rolle:
      • Familiengeführte und kleine Landwirtschaftsbetriebe sind untrennbar mit Weltnahrungssicherheit verbunden.
      • Familiengeführte Landwirtschaft bewahrt traditionelle Nahrungsmittel, trägt dabei zu einer ausgewogenen Ernährung bei, schützt die Agro-Biodiversität in der Welt und eine nachhaltigen Umgang mit natürlichen Ressourcen.
      • "Family Farming" repräsentiert eine Gelegenheit, lokales Wirtschaften anzukurbeln, insbesonders in Kombination mit spezifischen Programmen zu sozialer Absicherung und Förderung des Gemeinwohls.
      Wow - diese Überlegungen könnten direkt aus dem Buch "Langsamer. Kleiner. Gut." entnommen sein!

      In der UN-Resolution ist explizit als Ziel für 2014 genannt, den Dialog zum "Family Farming" zu fördern, insbesondere in politischen Entscheidungsprozessen, aber auch generelle Kommunikation undVerbreitung.

      Ich finde, da kann JEDER mitmachen, man muss die Handvoll Politiker mit dieser Aufgabe nicht alleine lassen.

      Also los!

      links zum Weiterlesen und um auf dem Laufenden zu bleiben:
      fao.org/family-farming-2014/en/

      29-Nov-2013 - "FAO chief urges Europe to play role in International Year of Family Farming"
      fao.org/news/story/en/item/209053/icode/
      > Für ein partnerschaftliches Miteinander von Mensch und Pferd und friedliche Koexistenz. <
    • Wer weniger kauft, hat mehr Zeit für Schönes

      Diesen Titel trug ein Interview gestern im Tages Anzeiger mit dem Volkswirtschafter Niko Paech.
      Paech stellt fest: Die globale Produktionsmaschinerie ist irreparabel, die Zukunft liegt nicht im Wachstum. Wer heute noch auf Wachstum setzt, läuft in ein vierfaches Krisenszenario hinein:

      1. Die ökoloigsche Problematik ist absolut ungelöst, je stärker unser Wachstum, desto höher unser CO2-Ausstoss mit allen Folgen.
      2. Die zunehmende Verknappung unserer Ressourcen - das reicht vom Wasser übers Öl bis zu den seltenen Erden für die IT-Branche.
      3. Im Finanzbereich hangelt man sich nur von einer Scheinlösung zur nächsten.
      4. Eine beschleunigte, auf Leistung und Output fokussierte Gesellschaft macht ihre Mitglieder psychisch kaputt. Depression und Burn-Out sind mittlerweile Volkskrankheiten. In der Multioptions- und Optimierungsgesellschaft wollen wir aus unserem Leben immer das Maximum herausholen und verschleissen uns dabei systematisch.

      Das Ziel, so Niko Paech, sei ein entschleunigtes, entrümpeltes und dadurch einfacheres Leben - Suffizienz. Mehr Achtsamkeit einzelnen Dingen entgegenbringen und dabei daran mehr Freude zu haben. Dies wertet den Konsum sogar auf. Z.B. im Repair-Cafe altes wiederverwertbar zu machen erfüllt mehr als wegschmeissen und das nächste kurzlebige Teil zu kaufen. Regionalökonomisch zu agieren ist lustvoller als das hundertste H&M-Teil von der Stange zu kaufen. Wer nicht mehr so viel Kram kaufen muss, hat mehr Zeit für das Schöne: Lesen, Spielen oder Musikmachen etwa. Ein kleinerer CO2-Fussabdruck ist ein grosser Schritt zum besseren Leben.

      Gruss E. Schmid
    • Windrichtungen

      Niko Paech hat ja so Recht - und er ist so mutig, seine Sicht auch laut in alle Welt hinauszutragen. Der mainstream in Politik, Wirtschaft und Wissenschaft wagt es heutzutage ja noch nicht, dem Wachstumsgedanken öffentlich abzusagen.

      Zu welchen Umwälzungen es kommen kann, wenn der politische Wind dreht, kann man in einem interessanten ARTE-Beitrag sehen: in Rumänien wurden aus ehemaligen Arbeitspferden der Kolchosen Wildpferde bzw. Wieder-Wildpferde.

      arte.tv/guide/de/042394-000/360-geo-reportage?autoplay=1

      Ich bin gespannt, ob aus Wildpferden wieder Arbeitspferde werden, wenn der Wind sich wieder dreht... in eine andere, neue Richtung.
      > Für ein partnerschaftliches Miteinander von Mensch und Pferd und friedliche Koexistenz. <
    • da habens die Landwirte auch schon verstanden:
      br.de/mediathek/video/sendunge…-himmel-rindvieh-100.html
      "Ich will nicht in einer Welt leben, in der alles, was ich sage, alles was ich mache, der Name jedes Gesprächspartners, jeder Ausdruck von Kreativität, Liebe oder Freundschaft aufgezeichnet wird." Edward Snowden - 6.6.2013

      "Aber lasst euch sagen: Es ist schwer eine Obergrenze für Menschen zu finden, wenn das Leid keine hat!" Luise Kinseher - 24.02.2016
    • Positives und Veränderungen

      Vielen Dank für die interessanten links und die Diskussionen, die man dabei mitverfolgen und in die man sich einmischen kann.
      :)
      Ich komme von einem Ausflug nach Österreich zurück, wo ich auf der Generalversammlung bei DEN LÄNDLICHEN Niederösterreich die zwei Bücher bzw. deren Inhalte 'freundschaftlicher Umgang mit dem Pferd' und 'Arbeitspferde in die Landwirtschaft' vorgestellt habe (der gezeigte Foliensatz steht auch im Internet, ab Folie 23 geht's um die pferdegestützte Landwirtschaft).
      laendl-reiter-noe.at/main.asp?…13&kat2=286&kat3=&NID=393

      Auf der Rückfahrt konnte ich einen Stopp beim schönen Hödlgut bei Wolfgang und Eva Ehmeier einlegen und nach einer köstlichen Kürbislasagne zum Mittagessen eine Hofbesichtigung machen. Ich muss schon wieder schwärmen!



      Der positive Geist, der den Hof, die Menschen und ihre Tiere erfüllt, kommt auch in der ÖIPK zum Tragen, die in Österreich rasant wächst und auf positiv gestimmte, aktive Mitglieder zählen kann. Es ist einfach phantastisch zu erleben, dass es moderne Gemeinschaften gibt, die offen, kooperativ und gemeinwohl-orientiert zusammenwirken.

      Das stimmt einen doch sehr hoffnungsfroh!
      > Für ein partnerschaftliches Miteinander von Mensch und Pferd und friedliche Koexistenz. <

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von LustundLaune_08 ()

    • Danke Therese für die Blumen! Wenn du das nächste Mal nach Österreich kommst nehmen wir uns mehr Zeit!

      Danke für den NDR Bericht. Wir waren heute auf den Biobauertag und haben dort viel diskutiert. Da machen mich diese 45 Minuten doch recht nachdenklich. Ich denke dass die Situation in Österreich noch etwas anders ist, v.a. was die gentechnischeveränderten Lebensmittel betrifft, aber die Agrarindustrie greift immer stärker um sich.
    • kuhtreiber schrieb:

      Fuhrmann schrieb:

      aber ich denke wissen hilft Lösungen zu schaffen:
      Na, darauf bin ich dann aber gespannt.
      Und bitte nur Lösungen, die die gegebenen politischen und gesellschaftlichen Bedingungen nicht einfach ignorieren
      und mit DEMOKRATISCHEN Mitteln zu erzielen sind.
      Ralf, hilf mir doch mal auf die Sprünge, bitte, und trage aus Deinem Erfahrungsschatz bei - wie ging das nochmal? Sich NICHT an Bedenkenträgern orientieren und NICHT mit Verhinderern paktieren - SONDERN aktiv die eigenen Überzeugungen umsetzen. Im besten Falle: mit Gleichgesinnten. Das ist das Erfolgsrezept, oder?

      Das heißt unter anderem: Interessensvertretungen, die keine Interessensvertretungen sind, von innen heraus verändern - oder, wenn man da keine Mehrheiten kriegt - von außen Druck erzeugen - oder aber alternative Interessensvertretungen gründen und als Gegengewicht ins Spiel bringen.

      Dieser Prozess ist doch gerade unter den Augen der Öffentlichkeit in Deutschland im Gange: der Präsident des Deutschen Bauernverbands muss sich wohl oder übel mit der öffentlichen Meinung (Gegen-Meinung) auseinandersetzen... auch wenn er diesen erzwungenen Dialog vor Kurzem noch abzutun versucht hatte...

      Aber es geht halt nichts von jetzt auf gleich ...
      > Für ein partnerschaftliches Miteinander von Mensch und Pferd und friedliche Koexistenz. <
    • Ich denke ich mache es an einem Beispiel fest:

      Fuhrmann schrieb:

      aber ich denke wissen hilft Lösungen zu schaffen:


      Wenn ich weiss, dass mir heisses Wasser weh tut, dann kann ich kühleres Wasser nehmen zum Hände waschen !

      Dann gibt es Menschen, die tun sich sehr schwer eigene Lösungen zu schaffen. Denen muss man sagen " Nimm kühles Wasser" !

      Heute sind die Menschen aber so selbstbewußt und stellen dann auch Forderungen, so nach dem Motto: Wasch mich, aber mach mich nicht nass !

      Hier ein Beispiel:

      kuhtreiber schrieb:

      Und bitte nur Lösungen, die die gegebenen politischen und gesellschaftlichen Bedingungen nicht einfach ignorieren
      und mit DEMOKRATISCHEN Mitteln zu erzielen sind.


      Mir ging es aber garnicht darum Lösungen vorzugeben, vielmehr Info zu geben, und dann irgendwann nach einer gewissen Zeit von einer Vielfalt von kreativen Lösungen zu erfahren.

      Das mit den Verbänden und Industrien, das wird sich nicht von heute auf morgen lösen lassen, dazu braucht es Veränderungen, das kann man gleich setzen mit den Verdichtungen auf Jens´Böden : Probleme mit verdichtetem Boden

      Zudem sind Lösungen und Veränderungen schon zu Haufe am Gange: siehe dazu der Link in meinem Beitrag vom Dienstag, 28. Januar 2014, 13:06
      Bzw. alleine dass der NDR diesen Beitrag so sendet ist doch schon ein bewegendes Ereigniss. Und glaubt doch nicht, dass das ohne Reaktion bleibt. Nur bruacht es eine Reaktionszeit.

      Alles läßt sich auch in einem Satz zusammen fassen:

      Langsam wird es kleiner, und damit gut !


      NACHTRAG:

      Was mich seit ein paar Tagen beschäftigt.
      Die kritischen Beiträge des BR über die Forstwirtschaft (Schwere Forstmaschinen......., Wohlleben Portrait), sind sowohl aus der Mediathek als auch von YT verschwunden. Ebenso der Film von Ehlers über die Bodenverdichtung.

      Merkt ihr wie wichtig Wissen ist ?

      Können wir was tun ?
      Filme im Netz suchen ?
      Beiträge beim BR bzw. Uni Göttingen anfragen ?
      Habt ihr Ideen ?

      Aber bitte in demokratischer correktness ! ;)
      Kannst Du schon mit Pferden arbeiten ?
      Oder mußt Du noch Traktor fahren ?
    • Daten SICHERN

      Ich hatte noch den link zur Ehlers-Filmserie "Bodenverdichtung durch Landmaschinen". Die Fehlermeldung, die Youtube jetzt anzeigt, ist folgende:

      "Bodenverdichtung durc..."
      The YouTube account associated with this video has been terminated due to multiple third-party notifications of copyright infringement.

      Daraus folgt, dass man alle wichtigen Daten (Filme, Artikel, Korrespondenz etc.) auf EIGENEN Speichermedien haben muss, wenn man deren Verlust / Nichtzugriff nicht riskieren will (daran denkt heute z.B. kein Mensch, der sich auf "die Cloud" verlässt; die Bestimmungshoheit über die Daten geht verloren).
      Im vorliegenden Fall scheint es gemäss Fehlermeldungs-Text ja aber eine Copyright-Verletzung gewesen zu sein. Das lässt sich nur mit dem Rechteinhaber klären, siehe Anhang.
      FilmIWF_Ehlers_Landmaschinen(1).pdf
      Der link zum iwf-Medienkatalog funktioniert aber auch nicht. Sollen wir Industrie-Lobby-Intervention vermuten - oder gilt das dann als paranoid?
      > Für ein partnerschaftliches Miteinander von Mensch und Pferd und friedliche Koexistenz. <
    • Rückschritt ist Fortschritt

      Nun gibt es die grosse Welle des vernünftigen Denkens um die Produktion von gesunden Lebensmitteln,regional produziert und vermarktet.Das empfindet die Argrar-Industie-Lobby als grosse Gefahr ,denn es geht dieser Lobby um sehr viel Gewinnverlust wenn die Regionale Bio-Produktion und Vermarktung immer Stärker wird.Sie werden mit allen Mitteln versuchen dagegen zu kämpfen .Was die NSA kann und wir nicht wussten ,das werden wir auch von der Argrar Industrie zu spüren bekommen.Sie werde alle positiven Medienberichte bekämpfen und verschwinden lassen .Es wird Zeit ,sich einen Verteidigungsplan anzulegen.Immer wieder Bilder,Filme vom Vergleich bei Veranstaltungen vorführen.
      Der Vergleich währe Interessant wieviele Krebsfälle gibt es in einer Gemeinde die nur Supermärkte als Lebensmittellieferanten haben.Dagen eine gleich grosse Gemeinde mit vielen regionalen -Bio-Hofläden .Warum gibt es Heute so viele Krebskranke Kinder vom Säuglingsalter an durch giftige Nahrungsmittel,Spielzeug,Kleidung ,Bettwäsche usw...???
    • LustundLaune_08 schrieb:

      oder gilt das dann als paranoid?
      Du kannst gar nicht paranoid genug denken (siehe CCC-Treffen vor 2 Jahren und heutige Realität der Überwachung) :pinch:
      "Ich will nicht in einer Welt leben, in der alles, was ich sage, alles was ich mache, der Name jedes Gesprächspartners, jeder Ausdruck von Kreativität, Liebe oder Freundschaft aufgezeichnet wird." Edward Snowden - 6.6.2013

      "Aber lasst euch sagen: Es ist schwer eine Obergrenze für Menschen zu finden, wenn das Leid keine hat!" Luise Kinseher - 24.02.2016