Langsamer. Kleiner. Gut.

    • Mir fehlt noch der ganz konkrete Ansatz im Alltag. Ich kann in einigen Bereichen gut zurückstecken. Zum Beispiel muss ich nicht immer die neuesten Schuhe, Kleider, CDs, Elektronikschrott usw. haben. Dort kann ich gut verzichten. Aber nur schon die Pferde. Mittlerweile sinds 2.5, da möchte man auch mal wohin, sei es für Kurse, aufs Feld (ich hab ja nichts eigenes) usw. Das ruft schon nach Hänger und vor allem zugkräftigem Fahrzeug. Dann hab ich nicht nur einen Wagen (sondern im Moment eine Wagonette, 1x spider, 1, Sulky für den Kleinen). Dann mehrere Geschirre, Brustblatt zum Fahren, Kummt für die Arbeit, dann Sattel usw. Eins ruft immer dem anderen.

      Schwierig wird es auch, wenn man dann ausserhalb der Pferdegesellschaft unterwegs ist. Nicht zu jedem Geschäftstermin sind meine 20 jährigen Jeans angemessen, die mir zwar genügen, aber dem Anlass nicht entsprechen. Manchmal hat der Partner auch wünsche, was zum Beispiel Ferien, Wohnung etc. anbelangt.
      Dann möchte man an die Pferde Stark fahren, sich die interessantesten Bücher besorgen, Weiterbildungen welche gefordert sind usw.
      Ich hoffe dass sich das jetzt nicht so anhört als würde ich mich über mein Leben beklagen, überhaupt nicht, ich bin sehr glücklich. Aber von echter Bescheidheit bin ich dennoch weit entfernt.
    • Suffizienz = Souveränität

      Fuhrmann schrieb:

      Befreiung vom Überfluss: Auf dem Weg in die Postwachstumsökonomie von Dr. Niko Peach
      Danke für diesen supertollen Literatur-Tipp. Habe mir heute das bestellte Buch aus der örtlichen Buchhandlung abgeholt und freue mich aufs
      Lesen, wenn's auch nicht ganz einfach wird.

      Gleich mal ein Zitat von Prof. Niko Paech vom Rückentext, das reinhaut: "Souverän ist nicht, wer viel hat, sondern wenig braucht."

      So genial. Das muss man sich auf der Zunge zergehen lassen. Und es ist genau das, was man erreicht, wenn man für die allgemeinen Verlockungen nicht per se empfänglich ist - Souveränität. Bedeutet letztendlich Freiheit und Selbstbestimmtheit. (Und die Pferde schätzen das auch - die Souveränität ihres Pferdemenschen).

      Niko Paech lehrt an der Carl von Ossietzky Universität in Oldenburg, Lehrstuhl für Produktion und Umwelt, und leitet ein vom BMBF gefördertes Klimaschutz-Projekt im Rahmen der Förderschwerpunktes 'Klimaschutz und Schutz vor Klimawirkungen'.

      Das sind die Denkfabriken f ü r die Zukunft.
      > Für ein partnerschaftliches Miteinander von Mensch und Pferd und friedliche Koexistenz. <
    • "Ich will nicht in einer Welt leben, in der alles, was ich sage, alles was ich mache, der Name jedes Gesprächspartners, jeder Ausdruck von Kreativität, Liebe oder Freundschaft aufgezeichnet wird." Edward Snowden - 6.6.2013

      "Aber lasst euch sagen: Es ist schwer eine Obergrenze für Menschen zu finden, wenn das Leid keine hat!" Luise Kinseher - 24.02.2016
    • Prinz schrieb:

      [...]Aber nur schon die Pferde. Mittlerweile sinds 2.5, da möchte man auch mal wohin, sei es für Kurse, aufs Feld (ich hab ja nichts eigenes) usw. Das ruft schon nach Hänger und vor allem zugkräftigem Fahrzeug.[...]
      Und genau das ist es, was dem sinnvollem Einsatz von Zugtieren entgegensteht. Kann es sein, daß du deine Pferde als reinen Luxusartikel hälst?
      Ich will mich hier nicht reinwaschen von jeglicher Mitschuld an der Welt wie sie momentan ist, denn ich habe jahrzehntelang genauso gehandelt, bin aber dabei das zu ändern.

      LustundLaune_08 schrieb:

      Dabei fängt jeder am besten bei sich selber mal an, jeder an der Stelle, wo er augenblicklich steht. Und man lernt sich selbst dabei ja auch von einer neuen Seite kennen... während man sich den Verlockungen entzieht ...
      Also nicht jammern, daß dieses oder jenes nicht geht, sondern Entscheidungen treffen und dazu stehen. Und wer der Meinung ist seine Pferde durch die Gegend fahren zu müssen soll das auch tun und sich nicht dafür entschuldigen sondern die steigenden Kosten und andere Konsequenzen dafür tragen.

      Wobei es dem Sinn und Zweck des Pferdeeinsatzes widerspricht diese diese von Veranstaltung zu Seminar zu fahren und so genau das Gegenteil bewirkt. Stichwort Leistungspflügen und Holzrückemeisterschaften. Vergleiche mit dem Spring- und Dressur„sport“ liegen somit garnicht so weit weg. Mit der Meinung steh‘ ich nicht allein (Hallo an Ralf).
    • jkoerner schrieb:

      Wobei es dem Sinn und Zweck des Pferdeeinsatzes widerspricht diese diese von Veranstaltung zu Seminar zu fahren und so genau das Gegenteil bewirkt. Stichwort Leistungspflügen und Holzrückemeisterschaften. Vergleiche mit dem Spring- und Dressur„sport“ liegen somit garnicht so weit weg. Mit der Meinung steh‘ ich nicht allein (Hallo an Ralf).


      Für mich auch ein grosses Dilemma, worüber wir oft diskutieren. Weil zuhause die Arbeit ruft, gerate ich viel weniger in Versuchung, wegzufahren. Aber es wäre doch schön, die Pferde Stark zu besuchen, dorthin zu einem Anlass zu fahren und da was sehen zu können. Mit den heutigen Möglichkeiten von Internet mit Foren, Diskussionsecken und Fotosammlungen kann man viel mehr sehen als dies früher möglich war. Ein grosser Vorteil des Internet.

      Gruss E. Schmid
    • jkoerner schrieb:

      Kann es sein, daß du deine Pferde als reinen Luxusartikel hälst?
      Das dürfte wohl auf die Meisten hier im Forum zutreffen. Wer keine Landwirtschaft oder Fuhrhalterei hat, braucht Pferde eigentlich "nur" zur persönlichen Erbauung :] .
      Wenn man mit Pferden seine Wiesen, die man ohne Pferde nicht benötigt, bewirtschaftet, oder Kutschfahrten anbietet um die Kosten, die ohne Pferde nicht da wären, geringer zu halten, sind die Pferde ein Luxusartikel. Anders ist es, wenn man es schafft, einen € mehr einzunehmen, als die ganze Sache kostet.
      Andererseits fördert die Hobbypferdearbeit auch die Akzeptanz für die professionelle Pferdearbeit und sorgt auch dafür, das die (P)fertigkeiten und techniken für die Pferdearbeit nicht in Vergessenheit gerät.
      (auch bei uns "fressen" unsere Mädchen über die Hälfte unseres Einkommens auf, ich hatte dieses Jahr nicht einmal mein Mopped angemeldet, weil es nicht "drin" war ?( )

      Wieder einmal meine persönliche Meinung,
      Harald
      Nach dem Misten ist... vor dem Misten :pinch:
    • Ich habe das Buch jetzt zur Hälfte durch und finde es bislang prima. Toll, was die vier Pferdebetriebe alles auf die Beine stellen. Gerne würden wir auch mehr mit unseren Pferden machen, aber ich finde, es wird einem ganz schön schwer gemacht. In dem Buch steht, dass die Pferdebetriebe von den Investitionen in große Maschinen absehen und dies lieber in den Betrieb stecken. Aber wenn man, wie wir, keine Eltern und Großeltern hat, die einem schon einen gewissen Startumfang vermachen – sei es mit Maschinen, Pferden oder Land. Sondern wirklich bei Null anfangen muss – dann muss man erst mal einen Großkredit aufnehmen. Da braucht es neben den Pferden ja ordentliche Geschirre, der Vorderwagen muss her, der Geräteträger, die Geräte und Wagen. Und die Preise für die pferdebetriebenen Geräte sind so saftig! Denn für die Pferde muss ich alles neu kaufen – oder muss auf alte Geräte ausweichen, die teilweise 70 Jahre alt sind, wo man aber kaum noch welche findet, die man auch noch wirklich benutzen kann. Ich möchte aber nicht 20.000€ bezahlen, nur um mein bisschen Land mit meinem Pferdchen bearbeiten zu können. Aber geh ich über die Pferdestark und informiere mich über die Gerätschaften, werde ich schon komisch angeguckt, weil ich eben nicht bereit bin grade mal 6000 Euro für einen Vorderwagen hinzublättern. Das wird dann schon einfach so erwartet, wenn man Pferde hat. Das muss doch aber auch anders gehen. Es muss doch möglich sein auch mit geringen Mitteln umzustellen und sich nicht erst verschulden zu müssen, damit mein Pferd den Mist auf die Wiese zieht.
      Michel von Mattes (Rh-D) - PSSM homozygot positiv
      Sempra von Semper (Rh-D) - PSSM heterozygot positiv
      Stich Vulkan von Stefan Vulkan (Noriker) - PSSM heterozygot positiv
    • Sempra schrieb:

      Aber wenn man, wie wir, keine Eltern und Großeltern hat, die einem schon einen gewissen Startumfang vermachen – sei es mit Maschinen, Pferden oder Land. Sondern wirklich bei Null anfangen muss – dann muss man erst mal einen Großkredit aufnehmen


      Bei uns war es genau so. Weder meine Eltern, noch diejenigen meiner Frau hatten etwas mit Pferden zu tun. Vor mehr als 20 Jahren haben wir begonnen, mit Pferdekraft zu arbeiten. Bis heute habe ich weder ein Geschirr noch eine Maschine neu gekauft. Es ergaben sich immer wieder gute Gelegenheiten für den Kauf eines Gerätes, für Pferde oder Gerätschaften usw. musste ich mich noch nie verschulden und hoffe, es auch nie tun zu müssen.
      Ich denke, der Wille muss vorhanden sein, dann kann man Berge versetzen. Klein beginnen und allmählich mehr und mehr machen und plötzlich geht es immer besser.
      Vieles hat sich im Laufe der Jahre wie von selber ergeben. Wünsche sind nach wie vor vorhanden und die Entwicklung geht immer weiter.
      Gruss E. Schmid
    • Es gibt ja welche die legen den Babys schon schwere Steine auf die Brust ,damit sie früh genug das jammern lernen.
      Wer keinen Optimismus mitbringt und gleich die Unsummen an Investitionen wie ein schweres Gewitter sieht, soll es bleiben lassen.So wie E.Schmid ,schön langsam wachsen .Keiner MUSS auf Kreditbasis Geschirrr anschaffen,seine Wiesen hobeln /striegeln.Brennholz -Rücken,Mistausfahren.Es gibt noch genug gebremste,kleine Traktorhänger die früher Pferdewägen waren mit Sitz und Deichselhalterung für ein paar Hundert Euro.Das Holz erneuern ist das kleinste Problem.
      Es macht mir und den Pferden Spass wenn sie so Vielseitig wie möglich genützt werden,anstatt es schneller mit dem Traktor zu machen.

      Langsamer ,Kleiner ,Gut ist unser Motto!

      Gruss von Spyder.
    • Ach so ein Quark, das hat nichts mit jammern zu tun!!

      Wir "sammeln" jetzt seit vielen Jahren - eben weil es nicht auf einmal geht. Jedes Jahr kommt ein wenig dabei. Kutschwagen, Mähwerk - sogar das Geschirr sammeln wir uns zusammen. Erst Kumtleib, dann die Hamen, weil es einfach auf einmal zu kaufen zu teuer ist. Quälen uns mit dem Sieltec rum, bis wir ein ordentliches Geschirr komplett haben. So sammeln wir uns Stück für Stück zusammen. Aber ich finde es einfach furchtbar, wenn ich dann von einem alten Hasen höre, dass es Kumt und Hamen bei den Amish für 60$ gibt und hier an die "blöden" Anfänger für 600€ weiterverkauft werden. Und unsereins spart sich das wirklich mühsam zusammen, weil man weiterkommen will . Und wenn mir sowas dann erzählt wird, dann verläßt mich auch mal der Mut, dass wir es jemals schaffen werden. Und ich frage mich dann halt auch, warum das sein muss. Es wird dafür gekämpft, dass mehr Pferde in den Einsatz kommen, warum wird es einem dann nicht auch etwas leichter gemacht? Muss diese Gewinnspanne denn sein?
      Michel von Mattes (Rh-D) - PSSM homozygot positiv
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    • "Zuviel war nicht genug."

      Hmm, die Logik verstehe ich jetzt nicht - wieso sollte man die Anschaffung eines zugkräftigen Fahrzeugs mit dem Nicht-Besitz von Land begründen?

      Oder ist das Satire?

      So wie die grundsätzlichen Gedanken zum Kauf von Konsumartikeln wie Handys, Schuhen etc. des Kabarettisten Volker Pispers:

      [url]http://www.youtube.com/watch?v=B_DhhKPYTzM
      [/url] - nur mal die ersten 8 Minuten...

      Er zerlegt die wahnwitzigen Mechanismen der Religion "ewiges Wachstum" - immer mehr, mehr ... und prophezeit als Grabinschrift des Kapitalismus "Zuviel war nicht genug."
      > Für ein partnerschaftliches Miteinander von Mensch und Pferd und friedliche Koexistenz. <
    • Sempra schrieb:

      Aber wenn man, wie wir, keine Eltern und Großeltern hat, die einem schon einen gewissen Startumfang vermachen

      Meine Großeltern sind auch bei fast Null angefangen, lediglich eine uralte Räucherkate mit großem Garten stand zur Verfügung. Immer wenn Geld vorhanden war wurde ein Stück Land gekauft. Nicht damit ich in den Genuss des Besitzes komme, denn damals hatten die noch keinen Erben, sondern weil sie ihr sauer erarbeitetes Geld aus Erträgen von Handwerk und Gartenerzeugnissen sinnvoll investieren wollten.

      LustundLaune_08 schrieb:

      Oder ist das Satire?
      Lies‘ den ersten Beitrag auf Seite 3. Da ist die Langversion. VIelleicht hab’ ich das auch falsch verstanden.
      Aber die Argumentation ist für mich nachvollziehbar, denn zu Beginn meiner Pfedehaltung habe ich genau so gehandelt.
    • Auch wir haben bei Null angefangen, mussten erstmal einen kleinen Hof in der Ortsmitte (außerhalb war leider finanziell gar nicht drin) erstehen und renovieren/umbauen (wohne noch immer teilweise in einer Baustelle). Das ging alles nicht ohne die Bank. ;(
      Mittlerweile haben wir genug eigenes und Pachtland für unsere und ein paar Pensionspferde. Alte Pferdegeräte zu bekommen ist teils einfach (Pflüge), teils schwer (wir suchen z.B. noch immer eine Netzegge), neue können wir uns auch nicht leisten. Die Pferde verdienen ihren Unterhalt (und ein bißchen mehr) mit Planwagen- und Hochzeitsfahrten. Hierfür lässt es sich leider nicht vermeiden, sie auch im Hänger "spazieren" zu fahren. ;)
      Letztes Jahr haben wir nach langer Suche ganz überraschend ein "Handtuch" von einem Acker zur Pacht bekommen - unser Trainingsacker. Hier müssen Kartoffeln und Gemüse die Übungseinheiten mit Häufelpflug und Pferdehacke von uns und den Haflingern überleben. :D Was überlebt, wird dann mit Genuss gegessen.
      Natürlich hätten wir auch gerne noch dies oder das für unsere Arbeit mit den Pferden, aber Eile mit Weile. Eins kommt zum anderen, es wird sich ergeben, man muss nur dran bleiben. Wir müssen auch erst noch lernen, mit den Geräten umzugehen, was wann nötig ist. Aber wir sehen jedes Jahr einen kleinen Schritt in die von uns gewünschte Richtung. Manchmal wird man ungeduldig, weil es nicht weiterzugehen scheint, weil es immer wieder Hindernisse gibt. Vieles erledigen wir noch mit Traktor oder Auto, weil uns (noch) die Möglichkeiten für die Pferde fehlen.
      Das hier so gelobte Buch werde ich mir auch demnächst mal zulegen, wobei ich dann wieder ins Auto steigen muss, um es in der nächsten Buchhandlung (15 km) zu bestellen. X( Da ist dann eine Internetbestellung doch viel bequemer, aber wir wollen ja regionale Strukturen unterstützen.
      Nachher werde ich die Pferde holen, um damit heute nachmittag in die Mühle zu fahren, Pferdefutter kaufen und für die Nachbarn auch gleich noch Hundefutter, Legemehl, Nudeln etc. - also eine sehr nützliche Trainingsfahrt. Wenn es die Zeit erlaubt, sparen wir so ein wenig Diesel und haben einen wunderbaren Ausflug (einfache Fahrzeit 1 Std, den Albtrauf hinab ca. 300 Höhenmeter und wieder hinauf). Einkaufen im Supermarkt, wegbringen von Altglas und Schrott ist auch bei entsprechender Zeit machbar. Und das bauen wir immer wieder einen Schritt weiter aus. Langsamer. Kleiner.Gut. :)

      Viele Grüße von der Alb und viel Erfolg allen bei den "kleinen Schritten"

      Uschi
    • Eile mit Weile

      Reuschelhof schrieb:

      Eile mit Weile. Eins kommt zum anderen, es wird sich ergeben, man muss nur dran bleiben. Wir müssen auch erst noch lernen, mit den Geräten umzugehen
      Du hast ja völlig Recht - die Anschaffungen sind es ja nicht alleine. Man braucht als Mensch (und Pferd) ja auch immer Zeit zum Lernen, Üben, Verfestigen. Das klingt schön, wie Ihr das bei Euch macht. Da kommt mir "der Weg ist das Ziel" in den Sinn.

      An dieser Stelle meine Glückwünsche zum Geburtstag - und ein gutes nächstes Jahr für Uli! :-] Vielleicht mit der ein oder anderen Errungenschaft für die Pferde fürs Feld, vielleicht sogar der Netzegge ...

      Ach, und Uschi:

      Reuschelhof schrieb:

      in der nächsten Buchhandlung (15 km) zu bestellen
      Bestellen kannst Du doch telefonisch bei Deiner Buchhandlung, und dort abholen, wenn Du eh in die Stadt musst...
      Therese
      > Für ein partnerschaftliches Miteinander von Mensch und Pferd und friedliche Koexistenz. <
    • jkoerner schrieb:

      sinnvoll investieren
      Da haben Deine Großeltern klug agiert - überhaupt, Deine coole Großmutter!

      Was mir bei Deinen Großeltern gefällt - Investment in Land, gefällt mir bei den heutigen global agierenden Groß-Investoren überhaupt nicht - Land Grabbing.

      Auch hier sieht man wieder: die Dimension macht's (und die damit verbundene Absicht).
      > Für ein partnerschaftliches Miteinander von Mensch und Pferd und friedliche Koexistenz. <
    • Autofahren - mit / ohne Pferdeanhänger

      jkoerner schrieb:

      Mit der Meinung steh‘ ich nicht allein (Hallo an Ralf).
      Jaja, die Fahrerei mit dem Auto.

      Ich hab mir Euren Ausbildungs-Ratschlag zu Herzen genommen - aber wegen der zu fahrenden Kilometer besuche ich die APRI-Kurse bei Christel Erz in Baden-Württemberg. Das ist pro Kurseinheit eine ERSPARNIS von 2*250 km für mich gegenüber einer Ausbildung in Florstadt ...

      Bleiben immer noch 300 km to go, äh drive, aber die müssen halt sein. Man braucht auch Praxis und Realkontakte, Bücher lesen ist schön, aber reicht nicht.

      Prinz schrieb:

      da möchte man auch mal wohin, sei es für Kurse
      Da möchte ich "Prinz" zustimmen und ermutigen: meiner Meinung nach "darf" man/frau für solche Zwecke fahren, gar keine Frage! Und wenn man das Pferd mitnehmen will, weil das auch was lernen soll, braucht man/frau halt einen Hänger, geliehen oder gekauft.

      Suffizienz geht für mich woanders los: auf die Anschaffungen von kurzlebigen Konsum-/Vergnügungs-/Luxusartikeln zu verzichten, sich dem Terror des Konsumieren-Müssens entziehen. Und da hast Du Dich ja schon sehr im Griff, Prinz, finde ich (schade, dass wir uns auf der PferdeStark nicht getroffen haben).
      > Für ein partnerschaftliches Miteinander von Mensch und Pferd und friedliche Koexistenz. <
    • jkoerner schrieb:

      Wobei es dem Sinn und Zweck des Pferdeeinsatzes widerspricht diese diese von Veranstaltung zu Seminar zu fahren und so genau das Gegenteil bewirkt. Stichwort Leistungspflügen und Holzrückemeisterschaften. Vergleiche mit dem Spring- und Dressur„sport“ liegen somit garnicht so weit weg. Mit der Meinung steh‘ ich nicht allein (Hallo an Ralf).


      Hier kann ich Jens nur zustimmen. Mit einer Ausnahme, die Seminare. Nicht jeder hat die Möglichkeit in seinem Umfeld zu lernen. Als ich 1996 bei Null angefangen habe, hat man mich schon ausgelacht als ich nach einem eingefahrenen Kaltblutgespann gesucht habe. Ans arbeiten war hier in der Region garnicht zu denken. So bin ich auch viel ohne und wenig mit Pferden über Land gefahren um zu lernen.
      Seminare denke ich sind eine Investition in die Zukunft und da muss man evtl. auch in Fahrten investieren.

      Als wir 2000 nach PA geflogen sind um HPD und Betriebe zu besichtigen haben wir uns auch gefragt ob es denn Sinn machen würde mit dem Flieger nach USA zu fliegen und zu Hause mit dem Pferd zu arbeiten. Nun alle die damals mit geflogen sind, sind bis heute noch sowas wie Multiplikatoren und haben mit ihrem Erlebten mit Sicherheit zur Weiterentwicklung der Pferdeabeit beigetragen. Ich weiss garnicht nicht mehr wie viele Dia-Vorträge ich gehalten habe und es waren sicher über 3000 Menschen die bei diesen Abenden dabei waren.

      Aber die Entwicklung sportähnlicher Wettbewerbe mit Arbeitspferden sehe ich ausserordentlich kritisch genauso wie das spektakuläre darstellen von Kaltblütern. Das läuft genau entgegen der ursprünglichen Idee der nturschonenden Nutzung von Arbeitspferden.
      Dazu ein Tatsachen-Bericht: Vor kurzem habe ich eine Tierzucht-Schau ( Schweine, Ziegen, Schaafe, Kühe, Pferde) moderiert. Dabei gab es ein Rasseschaubild Kalbtblut. Und der Zuchtrichter sagte zu diesem Schaubild, dass man den Kaltblüter nutze um heute bei Showveranstaltung mit der Motorsäge unter dem Pferd durchzukrieschen ! Man sieht welche negative Aussenwirkung solche spektakulären Showveranstaltungen haben. Denn das hilft dem Einsatz von Arbeitspferden nicht.

      Und wenn ich sehe welche Aufwände betrieben werden für einen Pflügewettbewerb sind wir auf dem umgekehrten Weg der ökologischen Nutzung von Arbeitspferden.
      Kannst Du schon mit Pferden arbeiten ?
      Oder mußt Du noch Traktor fahren ?
    • Fuhrmann schrieb:

      Mit einer Ausnahme, die Seminare. Nicht jeder hat die Möglichkeit in seinem Umfeld zu lernen.

      Da bei uns in Schleswig-Holstein die Situation anders ist bin ich - offenbar fälschlicherweise - davon ausgegangen, daß es im Rest von Deutschland auch so ist.
      Hier käme niemand auf die Idee seine Pferde einzupacken um 2 - 300 km zu fahren um einen Kurs zu besuchen. Da fährt man hin, hat die Information und Pferde vor Ort, lernt und versucht das Gelernte zuhause mit seinen Pferden umzusetzen. Leider muß man sich die Feinheiten zumeist selbst erarbeiten. Und da fehlt die weitergereichte Erfahrung der alten Pferdemenschen. Dummerweise sind die meisten schon lange „unter der Erde“.

      Das wäre bei der Bestandsdichte der mit Pferden arbeitenden Menschen übrigens mein Vorschlag:
      Ein Wiki in dem jeder seine Erfahrungen mit bestimmten Gerätschaften festhalten kann. Z.B. beim Karrenpflug ganz genau beschreiben wo man was schrauben muß um diese und jene Verhaltensweise beim Pflügen zu erreichen. Und wo bekommt man passende Ersatzteile für dieses oder jenes Gerät her.
      Man hat eigentlich schon zuviel damit zu tun etwas auf die Beine zu stellen und muß sich leider das vergessene Wissen um das Arbeiten mit Pferdegeräten mit frustrierenden Rückschlägen selbst erarbeiten. Um diese „Lehrzeit“ auf ein notwendiges Minimum zu beschränken würde ich ein solches Wiki, als Teil dieses Forums, sehr begrüßen.

      Wenn man sich die Erfahrung anderer mit Pferden arbeitenden Menschen zunutze machen kann hat man mehr Zeit mit den Pferden zu arbeiten anstatt mit der Technik zu kämpfen.