Arbeitspferde im Naturschutz — Beispiele, Einsatzbereiche und Technik —

    • Arbeitspferde im Naturschutz — Beispiele, Einsatzbereiche und Technik —

      Heute Mittag stellt Frau Prof. Dr. Beate Jessel, Präsidentin vom Bundesamt für Naturschutz, auf der PferdeStark in Detmold die Broschüre »Arbeitspferde im Naturschutz — Beispiele, Einsatzbereiche und Technik —« vor.

      Pferdekutscher bietet hier den Link zur Broschüre (PDF-Datei 5,3 MB)

      Hier das Titelblatt:
      Kannst Du schon mit Pferden arbeiten ?
      Oder mußt Du noch Traktor fahren ?

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    • Ich habe gerade mal drüber geschaut. Hier steckt sehr viel Information über die Pferdearbeit drinn. Nicht nur für die Arbeit im Naturschutz, auch in Land- Forstwirtschaft.

      Viel Spaß beim stöbern !
      Kannst Du schon mit Pferden arbeiten ?
      Oder mußt Du noch Traktor fahren ?
    • Auch von pferdekutscher.de ein „Dankeschön“ an all die helfenden Hände die dazu beigetragen die Studie »Arbeitspferde im Naturschutz – Beispiele, Einsatzbereiche und Technik –« zu verwirklichen. Allen voran: Peter Herold, der das Projekt federführend vorantrieb, gefolgt von Jutta Jung, Reinhard Scharnhölz und all die Ungenannten!

      Wer in der Broschüre nicht erwähnt werden konnte, die zurverfügungstehende Zeit für deren Zusammenstellung lies es leider nicht zu - alle zu erfassen. Hat die Möglichkeit, seine Arbeit mit Arbeitspferden im Naturschutz hier auf pferdektscher.de vorzustellen. Wer von solchen Projekten Kenntnis hat, möge sich mit den betreffenden Personen in Verbindung setzen und in Absprache hier ein Profil derer Arbeit erstellen.

      Das gleiche gilt für Projekte „Arbeitspferde im Naturschutz“ außerhalb Deutschlands in der Europäischen Gemeinschaft, Norwegen und das Schweiz!

      Viele Leute setzen Arbeitspferde der Umwelt zuliebe ein und leisten hochgradige Arbeit, sind sich aber dessen nicht bewußt. Zeit, daß sie entdeckt werden!


      Nachtrag vom 3. September:
      Das BfN – Skript 256 "Arbeitspferde im Naturschutz" kann kostenlos beim Bund für Naturschutz ( BfN) angefordert werden
      (E-Mail: Natur-und-Nutzung@bfn.de;
      Telefon: 0228-8491-1827, Fax.: 0228-8491-1819)

      und steht auf der BfN Homepage unter der Rubrik "Service/Veröffentlichungen" als Download zur Verfügung bfn.de/0502_landundforstwirtschaft.html.



      "Im Auftrag des Bundesamtes für Naturschutz (BfN) hat die Interessengemeinschaft Zugpferde e.V. (IGZ) eine Untersuchung durchgeführt, welche über Art und Umfang des Einsatzes von Arbeitspferden für Naturschutzaufgaben in Deutschland Aufschluß gibt, die grundsätzlichen Einsatzmöglichkeiten darstellt sowie einen umfassenden Überblick über moderne pferdegezogene Gerätetechnik liefert. Das Ergebnis dieser Studie wird nun vom BfN in seiner Skripten-Reihe veröffentlicht (BfN-Skript Nr. 256).

      Mit dem BfN-Skript "Arbeitspferde im Naturschutz" liegt erstmalig eine umfangreiche Sammlung von Informationen und Grundlagenwissen zu diesem Thema vor. Eine möglichst weite Verbreitung des Skripts im Bereich der Naturschutzverbände, von Politik und Verwaltung sowie im Arbeitspferdebereich bildet die Grundlage einer deutlich verstärkten Nutzung dieser nicht nur aus Naturschutz-Sicht in vielen Fällen idealen Form der Pflege und Bewirtschaftung von Naturschutzgebieten und darüber hinaus.

      Neben der Beschreibung zahlreicher bereits existierender Projekte in Deutschland, bei denen Arbeitspferde aus Naturschutzgründen eingesetzt werden, erläutert das Skript sehr ausführlich die generellen Einsatzmöglichkeiten und somit das große Potential, das diese nachhaltige Bewirtschaftungsform bietet. Dabei werden Vor- und Nachteile des Arbeitspferdeeinsatzes ausführlich diskutiert.
      Breiten Raum nimmt die Darstellung moderner pferdegezogener Technik für die unterschiedlichen Arbeitsbereiche ein. Berechnungen zur Wirtschaftlichkeit des Arbeitspferdeeinsatzes, auch im Vergleich zum Schleppereinsatz, runden das Heft ebenso ab, wie eine umfangreiche Adressenliste. Diese enthält neben den Adressen der Verbände und Organisationen im Arbeitspferdebereich und in der Kaltblutzucht eine umfangreiche Sammlung von Bezugsadressen moderner Pferdetechnik von Herstellern in Europa und darüber hinaus." Quelle: IGZ
      :) Fahren ja: aber mit Verstand :)
    • Broschüre "ausverkauft"

      .. ich habe dieser Tage gerade erfahren dass sowohl bei der IGZ als auch beim BFN die Broschüre vergriffen ist. Und das nach relativ so kurzer Zeit.

      Es freut mich, dass ein solch großes Interesse an der Arbeit mit Pferden besteht.

      Bin gespannt ob das BFN eine zweite Auflage macht.
      Kannst Du schon mit Pferden arbeiten ?
      Oder mußt Du noch Traktor fahren ?
    • Genau dieser Meinung bin ich auch, wenns keine Exemplare mehr gibt, dann behalte ich meine auch.
      Haben aber schon beim Hessenforst Reklame mit Erfolg gemacht. Es wurde in unserer Tageszeitung berichtet das im Naturschutzwald bereits Holzrücken mit Pferden gemacht wird, habe einen Selbsttätigen Holzrücker vermittelt und morgen rücke ich mit meinen beiden im Wald, ( der Kollege in der Woche und ich am Wochenende). Die vom Forst sind auf einmal richtig Interressiert am Holzrücken mit Pferden, haben schon die nächsten Anfragen bekommen (dort wo die Naherholung ist und viele Städter spazieren gehen wollen die keine Rückegassen machen und auch nicht alles so verfahren) :-]

      Gruß
      Jürgen
    • Arbeitspferde im Naturschutz

      Hallo zusammen,

      zunächst mal vielen Dank für die vielen Blumen! Wir Autoren hätten auch nicht gedacht, dass das Heft ein solcher Erfolg werden würde. Aber man hört von immer mehr Ecken, dass was in Bewegung kommt. Quer durch die Republik hat die Broschüre wohl doch einigen Leuten die Augen geöffnet. Hinzu kam unsere "Adressenliste Pferderücker in Deutschland" (s. ig-zugpferde.de, Downloadbereich, oder in Papierform bei mir zu haben: info@ig-zugpferde.de, Tel.: 07181-8878953), die inzwischen bereits über 1300 mal verteilt wurde. Auch sie hat eine Menge losgetreten, ganze Forstreviere überlegen, ihren Wald auf Pferdeeinsatz umzustellen. Sogar der bayerische Landwirtschaftsminister persönlich hat uns zu der Liste gratuliert und seine Unterstützung des Pferdeeinsatzes im Wald zugesagt! Hier wäre es wichtig, dass zunehmend mehr Betriebe, die Pferdearbeit im Wald anbieten, sich registrieren lassen (und natürlilch gleich IGZ-Mitglied werden ...!), damit die Liste für potentielle Auftraggeber zunehmend attrktiver wird.

      Leider (oder Gott sei Dank, wie man's nimmt) ist - Ralf hat daruf hingewiesen - die erste Auflage der BfN-Studie vergriffen. ABER, da auch das BfN von dem Run auf die Hefte positiv überrascht war, wird es eine Neuauflage geben. Ich habe vergangene Woche die Druckvorlage mit einigen Korrekturen ans BfN geschickt und hoffe, dass es nicht mehr lange dauert, bis die Hefte gedruckt sind.

      Wäre schön, wenn Ihr dann alle mithelfen würdet, dass das Heft weitmöglichste Verbreitung findet.

      In diesem Sinne, keep on working horses,

      Peter Herold
      :D horse-peter

      :( I whisper - but my horse doesn't listen ... :rolleyes:
    • Das Heft wird wirklich sehr wichtig sein, um den mit Wald betrauten Stellen, sei es staatlích oder privat, die Augen zu öffnen, dass es eine waldverträglich alternative zu schwerem Gerät gibt. Bei uns gab es vor kurzem eine Waldbegehung mit Waldbesitzern, Gemeindevertretern samt Bürgermeister, LRA und Reitern. Sie diente dazu, von Seiten der privaten Waldbesitzer, Reitverbote zu verhängen. Glücklicherweise wurden Wege gezeigt, mit Bodenbrüchen aufgrund Einsatz von schwersten Traktoren zum Holrücken. In dem schlammigen Boden waren tatsächlich auch Hufabdrücke und die warens! Die waren Schuld an den Furchen und an dem Schlamm. Auf meinen Hinweis, dass der Boden zunächst ja von den Maschinen so zugerichtet worden sei, gab mir der Bürgermeister zur Antwort: "Ja, die müssen ja in den Wald, die haben ja garkeine Alternative...., aber die Reiter sollte man wirklich aus dem Wald verbannen, die müssen ja nicht auch noch......"!
      Diesem Herren möchte ich soo gerne das Heft zukommen lassen. Und auch Fürstin Gloria von Thurn und Taxis sollte eins bekommen.
      LG Iris
      "Es ist immer problematisch, wenn das Pferd mehr Hirn hat als der Mensch." Zitat unser Hufschmied :D
    • Das Heft ist richtig gut. Vielen Dank an alle Macher. Im besten Fall spricht es auch Leute an die an entsprechenden Positionen sitzen und Entscheidungen treffen können.

      Aber: Gibt es gute und richtige Informationen nicht schon lange. Sicher, in diesem Falle sind die Infos noch gebündelt und gut aufgemacht und das BfN steht auch dahinter. Wenn ich aber an einige unverbesserliche Dummschwätzer denke die als Forstamtsleiter einfach unüberwindlich sind, dann sehe ich das ignorante Lächeln um deren Mundwinkel und die Ergebnislosigkeit dieser guten Arbeit von Peter und den anderen.

      Ich freue mich rießig über die gute Resonanz und die Nachfrage. Will aber für mich keine Überbewertung und Euphorie aufkommen lassen. Mein Tagesgeschäft zeigt mir den Boden schnell wieder auf.

      Seit fast drei Jahrzehnten abeite ich mit den Pferden und für eine Zukunft der Pferdearbeit. Ich werde auch nicht müde bei allen diesbezüglichen Begegnungen die Modernität dieser Arbeit zu betonen. Ob bei der Lehrlingsausbildung oder in Seminaren oder meiner praktischen Arbeit.
      Ich frage mich aber ob es einen goßflächigen Wandel hin zur Pferdearbeit geben wird. Da hilft keine noch so geartete Krise hin. Ich glaube, nur die eigene Suche nach Alternativen und die daraus sich entwickelnde Überzeugung und Freude.

      Aber auch eine kleine Bewegung in dieser Richtung ist doch O.K., oder?

      Norbert Marschall
    • Auch ich möchte den Machern dieses Heftes danken.
      Es ist super gemacht und ich denke das die darin erwähnten Betriebe vll mehr Zulauf bekommen.
      Ich habe jedenfalls schon Anfragen bekommen und werde noch im Dezember mit einem neuen Auftrag anfangen.

      Werde dann darüber berichten.

      Mit Gruß
      Stephan
    • Ganz aktuell: Arbeitspferde im Naturschutz — Beispiele, Einsatzbereiche und Technik

      Ich möchte die gelegenheit nutzen, und hier, unter der ursprünglichen Themenüberschrift einen Beitrag einfügen, der wohl optimal zum ursprünglichen Ausgangsthema passt:


      Eddy" und "Das" im Einsatz für die Schmale Windelschnecke
      Wie man mit althergebrachter Bewirtschaftungstechnik und modernem Gerät empfindliche Naturräume pflegt, das zeigt ein Beispiel aus der Beunebachaue bei Ober Wöllstadt. Inmitten der intensiv genutzten Agrarlandschaft südlich von Friedberg gehört das fünf Hektar große Gebiet zum europaweiten Schutzgebietssystem "Natura 2000".



      Das Bild von Ralf Zauner mit "Das" und "Eddy" entstand im Sommer des vergangen Jahres in der „Nachtweid von Dauernheim“

      Unter dem Namen "Beunebachaue bei Ober-Wöllstadt" ist der kleine Bachlauf zwischen Wöllstadt und Rosbach auf einer Länge von ca. 350 m als Flora-Fauna-Habitat-(FFH-)Gebiet ausgewiesen. In diesem Abschnitt kommt die Schmale Windelschnecke (Vertigo angustior) vor, für die gemäß FFH-Richtlinie besondere Schutzmaßnahmen zu treffen sind. Sie lebt bevorzugt in der Bodenstreu von Großseggenrieden. Obwohl sie nur 1 mm groß ist, hat sie doch hohe Ansprüche an ihren Lebensraum. Sie besiedelt nur Standorte, die eine konstante Feuchtigkeit aufweisen und deren Bewuchs lichtdurchlässig ist.

      Zwar hat man die Individuenzahl im Großseggenried und den angrenzenden seggenreichen Feuchtwiesen auf über 500.000 Exemplare geschätzt, doch ist der Lebensraum durch fehlende Nutzung bedroht. In den letzten 10 Jahren wurde das Großseggenried nicht mehr gemäht, wodurch die Vegetation immer dichter wurde. Somit verringert sich der Lichteinfall und damit auch die Erwärmung der Erdoberfläche. Die konkurrenzstarke Brennnessel wandert ein und die Verbrachung beginnt.

      Alte Bewirtschaftungstechnik gepaart mit modernem Gerät

      Für die FFH-Gebietsbetreung der "Beunebachaue" ist der Fachdienst Landwirtschaft des Wetteraukreises zuständig. "Diesen sensiblen Lebensraum können wir nur erhalten, wenn wir das Großseggenried alle 4-5 Jahre abmähen", erläutert Ute Heinzerling. "Mit Traktor und Kreiselmäher wollten wir der winzigen Schnecke aber nicht zu Leibe rücken. Auf der Suche nach schonenden Alternativen sind wir dann auf die Flämischen Kaltblutpferde von Ralf Zauner aus Florstadt gestoßen." Das 16 und 12 Jahre alte Mutter-Sohn-Gespann Eddy und Das ist in der Landschaftspflege ein eingespieltes Team. Die Kombination von althergebrachter Bewirtschaftungstechnik mit Pferden und modernem Gerät, einem Hisko Vorderwagen mit angebautem Doppelmesser-Mähwerk bietet sich gerade in Schutzgebieten an. Mit einem Stockmaß von 1,74 m und 1,80 m bringen die beiden Arbeitspferde zusammen zwar auch 1800 kg auf die Waage. Im Gegensatz zum Traktor ist die Bodenverdichtung durch die Hufabdrücke jedoch zu vernachlässigen und reicht nicht so tief in den Unterboden. Das langsamere Arbeitstempo der Pferde und die Verwendung eines Doppelmesser-Mähbalkens ermöglichen den Tierarten im Grünland eine rechtzeitige Flucht. Nicht zu vergessen, dass Pferde natürlich keine fossilen Energien verbrauchen.

      Kurz vor Einbruch der Frostperiode ging es dann endlich los. Nach dem Ausladen warteten Eddy und Das voller Arbeitseifer, aber trotzdem geduldig bis ihr Chef sie angeschirrt und vor das Mähwerk gespannt hatte. In den nächsten 2 Stunden war volle Konzentration bei Mensch und Tier gefragt, gab es doch kleine Senken und Gräben, die durch den dichten Bewuchs nicht sofort als solche auszumachen waren. Aber hier zeigte sich die Routine jahrelanger gemeinsamer und vertrauensvoller Arbeit.

      Wöllstadts Bürgermeister und Pferdefachmann Alfons Götz fand ebenfalls Zeit und schaute vorbei. So konnte man sich gemeinsam von der eindrucksvollen Leistung überzeugen.

      "Nach den guten Erfahrungen möchten wir in Zukunft bei der Bewirtschaftung der von uns betreuten FFH-Gebiete auf geeigneten Flächen gerne öfter auf die Mahd mit Arbeitspferden zurückgreifen", so Ute Heinzerling.

      Erstellt am: 2010-01-07 (also am 07. Januar 2010)

      Wenn jemand Fragen dazu hat, oder etwas wissen will: Fachdienst Landwirtschaft ... @ Wetteraukreis.de

      oder: ... vielleicht schreibt ja auch Fuhrmann selber noch was dazu ... ;) ?
      Kaltblutpower.
      Wehe, wenn sie losgelassen
      :D

      > ein „Mehr“ muss nicht immer auch ein „Besser“ bedeuten <

      Bewahren von Traditionen ist nicht das Anbeten von Asche, sondern die weitergabe des Feuer's
      (frei nach Gustav Mahler)