Arbeitspferde im Naturschutz — Beispiele, Einsatzbereiche und Technik —

    • Pferdi schrieb:

      Auf dem Video sieht die Landschaft wie in der Steppe aus. In
      welcher Gegend wurde es gemacht?


      Wer lesen kann, ist klar im Vorteil:
      In der Wetterau (Bingenheim und Dauernheim) Bingenheimer Ried und Nachtweid von Dauernheim

      Wird jedenfalls so im Video angegeben. ;)
      :) Kühe sind die besseren Menschen :)
      und ausserdem schmecken sie auch besser!

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    • Wo fragt man an?

      Hallo,


      ich würde gerne mit Pferden im Naturschutz arbeiten und versucher gerade die richtigen Ansprechpartner im Naturschutz in meiner Region zu finden. Erstmal um raus zu finden, wo entsprechende Naturschutzgebiete sind und ob dort sowas gefragt ist. An welche Stellen, ausser den hiesigen Naturschutzvereinen sollte ich mich wenden?
      Ministerium für Umwelt? Bund Naturschutz? Landratsamt? Wie macht ihr das?

      Viele Grüße vom Chiemsee,

      Georg
    • Guten Tag Georg!

      Es kommt wohl nicht nur darauf an was gefragt ist, ich denke, es sollten auch konkrete Vorschläge gemacht werden was möglich ist, wenn man sich mit dieser Frage an Behörden oder Naturschutzverbände wendet. Es sollten ebenfalls gute Gründe die für das Pferd sprechen, mitgeliefert werden. Damit die Adressaten sich ein Bild machen können und die Notwendigkeit sehen Arbeiten an jemanden der sie mit dem Pferd erledigt zu vergeben.

      Sehen dies andere auch so?

      An wen man sich genau wenden kann, weiß ich nicht. Man muß sich wohl herantasten und Aufklärungsarbeit betreiben.
      :) Fahren ja: aber mit Verstand :)
    • Vielleicht wäre der erste Schritt, sich mit den zuständigen Revierförstern in der Gegend zu unterhalten. Sie wissen am besten, welche Massnahmen in Staats- und Privatwald anstehen (Buschwerkrodung auf Waldweiden und Ökoflächen u.ä. Pflegearbeiten, H0lzrücken), wem welche Flächen gehören und ob und wo Förderung zu erwarten ist.

      N`Gruss, Kummtholz
    • Seminar der Naturschutzakademie Hessen

      Die Wetterau,
      das hessische Zentrum
      der Arbeitspferde im Naturschutz !



      Aus ganz Hessen waren sie angereist, Fachleute aus den Bereichen Naturschutz der unterschiedlichen Ämter. Dazu Interessierte, Amtliche und Ehrenamtliche und Fuhrleute auch jenseits der hessischen Grenzen.
      Die Naturschutzakademie Hessen hatte auf Anregung der Oberen Naturschutzbehörde eingeladen zu einer Fortbildungsveranstaltung zum Thema Arbeitspferde im Naturschutz. Im Wetterkreis verfügt man derzeit über weitreichende Erfahrungen zum Pferdeeinsatz in den Naturschutzauen, so war es folgerichtig diese Veranstaltung in der Wetterau durchzuführen.

      Bereits um kurz nach 9:00 Uhr war der kleine Saal des Nieder-Florstädter Bürgerhauses gut gefüllt und Ruth Aichmüller von der Naturschutzakademie Hessen konnte die Veranstaltung eröffnen.

      Der Dipl. Biologe Peter Herold aus Großerlach, langjähriger Leiter der Bundesgeschäftsstelle der Interessengemeinschaft Zugpferde (IGZ), beschäftigt sich beruflich intensiv mit Arbeitspferden, war der erste Referent des Tages. Herold war maßgeblich an der Broschüre „Arbeitspferde im Naturschutz“ beteiligt. Die Broschüre kann beim Bundesamt für Naturschutz auf der Internetseite heruntergeladen werden oder auch in Druckform bestellt werden. Er informierte über die Vorteile des Einsatzes von Arbeitspferden in Bezug auf Energieverbrauch und Klima so wie Boden, Flora und Fauna.
      Auf der Basis zahlreicher Studien konnte Herold die schonende Arbeitsweise der Pferde den Zuhörern plausibel erklären.

      Der zweite Referent Ralf Zauner aus Florstadt veranschaulichte den Interessierten wie es praktisch umgesetzt werden kann mit den Pferden. An Hand zahlreicher Bilder aus seiner Arbeit gab er einen Einblick in die Möglichkeiten. Er zeigte Wege wie man einen Fuhrbetrieb findet und wie auch eine Qualitätssicherung aussehen könnte. Zauner wies auch noch mal darauf hin, dass Arbeitspferde ein regionaler nachwachsender Rohstoff sind und mit regionaler erneuerbarer Energie versorgt werden und somit auch zu einer sehr hohen regionalen Wertschöpfung führen. „Es ist paradox, dass die Energiewende beschritten werden soll aber im Umkehrschluss über Pferdesteuer nachgedacht und diskutiert wird“ so Zauner.

      Ewald Sauer betreut den Pferdeeinsatz im Biosphärenreservat Rhön. Neben dem Einsatz im Waldnaturschutz berichtete er über die Erfahrungen in der Entbuschung von Trockenrasen und weiterer Einsätze mit Pferden in der Rhön. Sauer plädierte grundsätzlich für eine Reduzierung der Rückegassen und die Ausweitung des Pferdeeinsatzes in der Holzrückung. Damit unterstützt Sauer die Forderung der IGZ auf einen mindest Rückegassenabstand von 40 m !

      Mr. Naturschutzgebiete Wetterau: Josef Tiefenbach aus Bingenheim, bis zum Ende letzten Jahres Hauptamtlich zuständig für die Schutzgebiete in der Wetterau, war das finale Referat vorbehalten. Tiefenbach, der auch nach seiner Pensionierung ehrenamtliches Engagement leistet, berichtete über seine Erfahrungen des Pferdeeinsatzes in den heimischen Naturschutzgebieten. Er nannte Zahlen, Daten und Fakten und gab auch einen Einblick in die Arbeit über den Pferdeeinsatz hinaus.

      Nach dem Mittagessen ging es dann zur Exkursion in die Nachtweide nach Dauernheim. Auf einer Fläche, die von den Rindern der Familie Loos beweidet wird, gab es dann die praktischen Vorführungen.

      Daniel Hoffmann aus Kircheim stellte mit seinen beiden Vlampher Pferden einen Vorderwagen mit Mähwerk aus der Schmiede von Norbert Möller aus Rhaden vor. Hofmann betreibt einen landwirtschaftlichen Betrieb der überwiegend mit Arbeitspferden bewirtschaftet wird. Dazu rückt er Holz und macht Naturschutzarbeiten.

      Ralf Zauner hatte seine beiden Flämischen Kaltblüter Lena und Das vor einen Hisko Vorderwagen gespannt. Die letzteren verfügen schon über ein paar Jahre Erfahrung in den Wetterauer Reservaten.
      Es folgte eine ca.: 2 stündige Vorführung mit vielen Informationen zu Pferden, Maschinen und Fuhrbetrieben.

      Ralf Eichelmann von der Unteren Naturschutzbehörde des Wetteraukreises erläuterte dann im Bestand den Teilnehmern die Wirkung der Pflegearbeiten.

      Viele der Besucher waren sichtlich beeindruckt von der Arbeit der 4 kaltblütigen Arbeitspferde, hatten sie doch zu vor noch nie Pferde mit modernen Geräten im Einsatz gesehen. „Ihr seit alle Multiplikatoren die Vorteile der Arbeitspferde für den Naturschutz weiter zu tragen“ mit diesen Worten schloss Ruth Aichmüller von der NAH die gelungene Veranstaltung.


      Kannst Du schon mit Pferden arbeiten ?
      Oder mußt Du noch Traktor fahren ?
    • ich war dabei!

      Ja mir hat diese Veranstaltuntg auch sehr gut gefallen!!
      Die Vorträge waren interessant sowie die danach stattfindende Praxisvorführung.
      Der Wettergott hat ebenfalls mit gespielt! (er ist halt ein Kaltblutfreund)
      Das Lokal hat ebenfalls ein gutes Essen geliefert! Da könnte mal doch wieder hingehen oder Ralf!!!!??
      Bin gerne wieder bei einer solchen Veranstaltung dabei.

      Gruß aus Frankfurt
      Martin
    • @ Prinz, dazu kann ich nicht viel sagen, weil ich mit der Veranstaltung in Rheinsehlen nix am Hut hatte. Denn es waren 2 unterschiedliche Träger der Veranstaltung.
      Allerdings war die Tagung hier auf Pferdektuscher sowie bei der IGZ und in vielen anderen Organisationen angekündigt.

      Ich denke aber, dass es im Verhältnis zu Reinsehlen nicht viel neues, nur Ähnliches gab.

      In diesem Sinne
      Kannst Du schon mit Pferden arbeiten ?
      Oder mußt Du noch Traktor fahren ?

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