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 Shire Horse Kein offizielles Brandzeichen
Weitere Bezeichnungen / Namen:
Blakewell Black bis ca. 1850
Gentle Giant (Kosename)
English Great Horse
Alt-Englischer-Rappe

Rassebeschreibung :


Herkunft:
Mittelengland

Farben:
Rappe, Schimmel und Braun (alle Schattierungen),

unerwünscht sind: Füchse, Schecken, Rapp-oder Rotschimmel, stark stichelhaarige oder Hengste mit großen weißen
Flecken am Körper werden zur Zucht nicht zu gelassen.

Exterieur / Körperbau:
Langer, schlanker Ramskopf, tiefe, schräge Schulter, langer, gut aufgesetzter und leicht gebogener Hals, breite Brust
(Brustumfang von 180 bis 240 cm), gut bemuskelte Beine, kurzer, starker Rücken, kräftige Hinterhand mit hoch
aufgesetztem Schweif, sehr häufig hochweiß gestiefelt an allen Beinen, starker Kötenbehang, ausgeprägte Blesse an
Stirn und Kopf,
harte Hufe mit starken Außenwänden,
ausdrucksvolles Auge,
nicht zu dichtes, seidiges, glattes Langhaar

Hengste sollten ein Mindeststockmaß von 170 cm haben, ausgewachsen zwischen 900 und 1200 Kilo wiegen und
einen männlichen Ausdruck zeigen.

Stuten sollen ein Mindeststockmaß von 165 cm haben und eine weiblich-mütterliche Ausstrahlung besitzen. Es wird
ebenfalls großer Wert auf eine hohe Rumpftiefe gelegt, die den nötigen Raum zur Entwicklung des Fohlens im
Mutterleib gewährleisten soll.

Wallache sollen mutig sein und einen vollen Arbeitstag bewältigen können.

Behänge:
Es ist ein feiner, glatter und seidiger Behang gewünscht, vorzugsweise am Hinterrand der Röhre und unterhalb des
Fesselgelenkes.

Größe :
170 – 195 cm, Durchschnitt 178cm

Gewicht :
800 bis 1200kg

Eigenschaften / Charakter :
Gutmütiges, charakterstarkes und zugstarkes Kaltblut, arbeitswillig, gelehrig und sehr personenbezogen, trotz der
Größe ausgeprägte Bewegungsfreude, durchaus temperamentvoll

Einsatzgebiete :
Arbeits- und Freizeitpferd mit vielseitiger Eignung für schweren Zug, Fahren, Freizeitreiten, Therapiereiten,
Übungen der Hohen Schule und Showvorführungen

Bewegung :
Raumgreifende Gänge, trittsicher, hohe Knieaktion

Bestand /Zucht :
In Zuchtbüchern derzeit in Deutschland ca. 600 und weltweit sind ca. 10.000 eingetragen
Alle zuchtrelevanten Entscheidungen laufen ausschließlich über den Englischen Verband, der Shire Horse Society.
Alle Stutbucheintragungen und Registrierungen werden dort vorgenommen.
Bei der Namensgebung hat jedes Pferd ein Präfix. Das Präfix ist ein vom Züchter ausgewählter Name, den alle Fohlen
dieses Gestüts als Vorspann erhalten. Oft handelt es sich dabei um einen Namen/Begriff der sich aus einer Besonderheit
der Umgebung, der Farm oder des Züchternamens ergibt.

Nach der englischen Körordung werden die Hengste erstmals als Zweijährige zur Eintragung begutachtet. Sofern sie
dem Rassestandart und Zuchtziel entsprechen, können sie im Alter von sechs Jahren erneut vorgestellt werden und die
Prüfungwiederholen. Ist die Prüfung bestanden gelten die Eintragung und die Deckerlaubnis lebenslang.
Besonderheiten:
Die größte Pferderasse weltweit (Zugkraft bis zu 5 Tonnen).
Eine sehr alte Rasse dessen Ursprung bis auf das frühe Mittelalter zurück geht. Um 1960 waren die Shire Horses kurz
vor dem Aussterben. Trotz ihrer Größe sind die Shire Horses vielseitig einsetzbar. Sie gelten als ausgesprochene
Spätentwickler. Die Behänge bedürfen einer besonderen Pflege, da sonst die Gefahr der Mauke besteht.
Das Shire Horse gilt im Allgemeinen als guter Futterverwerter, dennoch rechnet man pro 100kg Lebendgewicht mit
mind. 1 Kilo Futter pro Tag
Eiweißreiche Futtermittel sind nur bedingt verwendbar.
Aus dieser Rasse entwickelte sich später das schottische Clydesdale.
Das Shire Horse hat kein eigenes Brandzeichen. Zur Identifizierung werden die Abzeichen und Wirbelungen in den
Papieren mit einer Stutbuchnummer registriert.


Geschichte:

  Im Grunde genommen hat das Shires Horse seine Existenz einem rebellischen Normannen und zwei
Pfeilen zu verdanken. Im Jahre anno 1066 sah sich William der Eroberer (1027 bis 1087) gezwungen seinem
Erbanspruch auf den angelsächsischen Thron durch Waffengewalt geltend zu machen. Damals noch William der Bastard
genannt, weil er aus einer unehelichen Verbindung seines Vaters Robert Herzog der Normandie und Herleva von Falaise
hervorging, mußte er bei der großen Schlacht von Hastings, gegen seinen Widersacher König Harold antreten.


Mit ca. 500 Schiffen und rund 7.500 gut ausgebildeten, zum Teil berittenen Soldaten, landete er bei den Clippen von
Dover. Es sah lange Zeit so aus, als würden die Angelsachsen unter König Harold, in einer äußerst blutigen Schlacht
den Sieg erringen. Bis der König und sein Bannerträger durch zwei Pfeile schwerverletzt, bzw getötet wurden. Das
Banner sank zu Boden und das Heer war führungslos, so daß nach kurzer Zeit die Schlacht zu Gunsten von William
dem Eroberer entschieden wurde. Im Verlauf dieser Auseinandersetzung wurde König Harold dann durch einen
Schwerthieb getötet, so daß der Weg nach London frei war.


Der größte Vorteil für William aber bestand darin, daß er mit einer Berufsarmee in das Land einfiel und sich dabei einer
bis dahin noch nie dagewesene Taktik bediente. Durch die abschreckende Wirkung von großen Pferden die er mit sich
führte, konnte er sich diesen Vorteil gegen die unerfahrenen, kämpfenden angelsächsischen Bauern, zu nutze machen,
indem er die “Great Horses” in einem langsamen und alles niederwalzenen Trab gegen sie einsetzte. Das Stockmaß
dieser Pferde war ca. 150 cm, aber im Gegensatz zu den zeitgenössischen Pferden waren sie um einiges größer und
schwerer!


Damit war aber für ihn die Arbeit noch nicht erledigt. Über die Jahre begehrten die Grafen (Sheriff`s) der Grafenschaften
(Shires) gegen ihn als “Thronräuber” auf. Er formte eine starke Armee aus Rittern, die im Land für Ruhe und Ordnung
sorgen sollten. Da diese Ritter in voller Ausrüstung bis zu 180 Kilo wogen, brauchte man Pferde, die in der Lage waren
diese Last zu tragen und trotzdem noch behende genug waren, um in die Schlacht ziehen zu können oder auf den Ritterspielen als Turnierpferd eingesetzt werden zu können.


Der Ruf dieser Pferde war schnell über die Grenzen Englands in ganz Europa bekannt. Die englischen Herrscher
bemühten sich durch ein strenge Gesetzgebung die Zucht von immer größeren und schweren Pferden voranzutreiben.
Bis zu der Erfindung der Feuerwaffe wurden die Shire Horses fast aus schließlich als Kampfrösser genutzt.


Mit dem Verschwinden der Ritter wurde die Kraft, Ausdauer und Gelehrigkeit der Pferde für die Landwirtschaft,
dem ziehen von Lastkähnen (treideln) und für das allgemeine Transportwesen genutzt.


Durch Importe im 17. Jahrhundert von niederländischen Kaltblütern, damals waren die Friesenpferde noch Kaltblüter,
wurde hauptsächlich im in mittelenglischen Grafschaften (Midland Shires) Lincolnshire, Staffordshire, Derbyshire,
Oxfordshire, Yorkshire und Leicester schwerfällige und derbe Zugpferde gezüchtet.

Die Qualität dieser Pferde wurde maßgeblich von Robert Blackwell (1725 bis 1795) und seiner Schülern in der
Region der Midlands wesentlich verbessert. Die Erfolge dieser Bemühungen wurden dann allgemein als das
“Blakewell-Black Pferd” bekannt.


Im Jahr 1760 tauchte das “Blinde Pferd von Packington” auf, ein Rappe, der heute als Urvater der Shire Horse
Zucht angesehen wird. In dieser Zeit wurden vermehrt auch Friesen und flandrischen Pferde eingekreuzt.


Diese Pferde waren ein wichtiger Faktor und eine der Stützen der aufstrebenden englischen Wirtschaft. Als im
18.Jahrhundert die Bedeutung von Handel und Transport zunahmen, erreichten sie bis zum 19.Jahrhundert auch als
Zugpferde der öffentlichen Verkehrsmittel wie Busse und Straßenbahnen ihre Blütezeit.


Nach den Napoleonischen Kriegen setzte eine unheilvolle Epoche ein: es wurde eine große Zahl an Pferden auf den
Kontinent verkauft. In der Zeit zwischen 1850 und 1860 wurden die besten Stuten zu Hunderten nach Schottland
verkauft und formten so den neuen Clydesdale als direkte Konkurrenz.

Im Jahre 1878 wurde dann ein eigener Zuchtverband gegründet, um den negativen Erscheinungen der unkontrollierten
Massenzucht entgegenzuwirken. Die ursprüngliche Bezeichnung “Black” war aber zwischenzeitlich irreführend
geworden, da auch Pferde mit anderen Farben dem gewünschten Zuchtziel entsprachen. So wurde für den Zucht-
verband zuerst der Titel "English Cart Horse Society” (Englischer Zugpferd Verband) gewählt, aber 1884 in
“Shire Horse Society” umbenannt. Durch die konsquente Arbeit der Shire Horse Society wurde durch eine strenge
Selektion die gesundheitliche Qualität der Pferde stark verbessert, so daß das Arbeitsleben eines Shires Horses ständig
stieg. Durch diesen Umstand stieg der Wert eines solchen Pferdes spektakulär und in der Zeit der großen Depression
galten gute Shire Horse Fohlen als hervorrangende Geldanlage.

Mit der zunehmenden Industrialisierung wurde das Kaltblutpferd immer mehr von der Mechanisierung und
Kraftfahrzeugen verdrängt. Das führte soweit, das um 1958 nur noch fünf Hengstfohlen und fünf Stutfohlen dieses
Jahrganges im Stutbuch eingetragen werden konnten.


Nur durch einzelne Liebhaber dieser Rasse, die mit großem persönlichen und finanziellen Aufwand dieser Entwicklung
entgegen wirkten, ist es zu verdanken, daß die großartige Rasse nicht ausgestorben ist.

In Deutschland fand erstmals 1994 eine Körung in Absprache mit der “Shire Horse Society” durch den “Deutschen
Shire Horse Verein” statt. Der offizielle Austragungsort ist die “Deutsche Shire Horse Show “. Diese findet immer
am zweiten Septemberwochenende statt. Den Austragungsort wird vom Deutschen Shire Horse Verein bekannt gegeben.
Seit 2001 hat sich in Deutschland ein zweiter Verein, der New Shire Horse Verein, nach Differenzen mit dem Deutschen
Shire Horse Verein gegründet.

Züchter:

www.Dudelhof.de


Sehr informative und übersichtliche Seite rund um das Shire Horse. Sehr netter Kontakt und offen für alle Fragen und
Belange des Shire Horse, der Zucht und Veranstaltungen.

www.rossinger.at


Umfangreiche Seite mit fundiertem Inhalt und guten "Links" über und für das Shire Horse.


Interessante Internetseiten:

www.pferdehof-linum.de
Hier finden Sie nicht nur viele Informationen rund um das Pferd, sondern hier können Sie auch Urlaub machen,
ihr Pferd unterstellen, sich im Hofladen nach selbstgemachten Spezialitäten umsehen, ausreiten, Störche beobachten,
ausspannen, reiten, Kutsche fahren, die Seele baumeln lassen...

www.pferdekutscher.de
Hier finden Sie alles Wissenswerte über Fahrpferde, Pferde in der Landwirtschaft und alles um den Pferdezug.

www.pferde-treff.de
Auf dieser Seite finden Sie Informationen, die sonst im Internet nicht so leicht zu finden sind. Angaben über
Brandzeichen (sehr umfangreich und lohnenswert), sind dort ebenso zu finden, wie Inhalte über Zuchtmethoden,
Leistungsstutbücher, Lebensnummer usw. (Viele der Brandzeichen die in meinen Rasseportraits enthalten sind,
wurden mir freundlicherweise von dem Autor dieser Seite zur Verfügung gestellt)

Adressen:

Für Deutschland:

Deutscher Shire Horse Verein e.V
Geschäftsstelle: Dr. Jutta Jung
D-53343 Wachtberg, Domsteinbruch 1
Tel: 0049-(0)228 346311
Fax: 0049-(0)228-344491
Internet: www.shire-horse-germany.de
Email: shirehorse.ev@t-online.de


Für Österreich:

Kurt Oberlerchner
Trefflingerwirt
Treffling 40
A-9871 Seeboden
Tel:/Fax: 0043-(0)4762-81128
Internet:
Email: trefflingerwirt@netway.at


Für England:

Hauptzuchtverband in England


www.shire-horse.org.uk


Literaturverweise /Quellennachweise:
Auszüge aus dem Aufsatz über Shire Horses von Dr. Jutta Jung für den "Pferdemarkt"


M Moericke Stand: 08/2002

Vervielfältigung oder Veröffentlichung der Rassebeschreibungen, auch in Auszügen, nur durch ausdrückliche
Genehmigung des Autors

email: Michael.Moericke@t-online.de


 
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